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Teldafax-Pleite: Vorstand packt aus

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02.02.2015: Wie unter anderem die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat zum Prozessauftakt am heutigen Montag einer der Unternehmenschefs und Topmanager des ehemaligen Billigstrom- und Gasanbieters Teldafax umfangreiche geständige Aussagen gemacht. Wie das Blatt berichtet, habe das zuständige Landgericht Bonn Gernot Koch, dem letzten Vorstandschef des Unternehmens, vor der Wiederaufnahme des Strafprozesses in Aussicht gestellt, im Zuge kooperativer und umfassender Aussagen mit einer Bewährungsstrafe davonzukommen. Die Vorwürfe gegen Koch sowie seine Vorstandskollegen Klaus Bath und Michael Josten lauten auf Betrug, Insolvenzverschleppung sowie verschiedene Bankrottstraftaten.

Teldafax hatte im Rahmen seines Geschäftsmodells über jährliche Vorauszahlungen rund 750.000 Kunden geprellt, die gesamte Schadenssumme beläuft sich auf über eine halbe Milliarde Euro und stellt damit einen der größten Insolvenzfälle der bundesrepublikanischen Geschichte dar. Gernot Koch war zunächst Berater des Unternehmens, daraufhin Geschäftsführer einer Tochtergesellschaft und ab 2009 Vorstand, um schließlich in den letzten Wochen vor der Insolvenz 2011 zum Vorstandsvorsitzenden aufzurücken.

Wie unter anderem auch das Handelsblatt berichtet, dürfte die Strategie der Staatsanwaltschaft dahin zielen, über einen Deal mit dem geständigen Koch den vor ihm amtierenden Vorstandschef Klaus Bath sowie Michael Josten (bereits 2007 wegen 176-fachen Betruges in anderer Sache verurteilt) einem Schuldspruch zuzuführen. Kochs umfangreiche Angaben und Aussagen dürften im Zusammenspiel mit dem Geständnis einer untergeordneten Geschäftsführerin bereits im vergangenen Jahr die Wahrscheinlichkeit hierfür enorm erhöhen. Für die geprellten Strom- und Gaskunden dürften allerdings auch die vielfachen Berichte über beispielhaft Kochs Vorstandsgehalt von 17.000 € monatlich (Handelsblatt) von besonderem Interesse sein. Wie in einer Vielzahl von einschlägigen Urteilen bereits festgestellt, ist dieser jedenfalls zivilrechtlich und persönlich haftbar für entstandene Schäden.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei Wittmann & Schmitt in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath ist ständig mit hunderten von laufenden Verfahren auf diesen Gebieten mandatiert und hat sich bereits über viele Jahre hinweg insbesondere im Hinblick auf die effektive Durchsetzung bestehender Forderungen eine ausgezeichnete Expertise erarbeitet. Wie wir bereits mehrfach beschrieben hatten, empfehlen wir allen bislang untätig gebliebenen Geschädigten in dieser Sache, nicht nur den Gang des Insolvenzverfahrens passiv abzuwarten, sondern vielmehr umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte zur Sicherung geleisteter Vorauszahlungen zu prüfen und gegebenenfalls zu unternehmen. Gerne dürfen Sie uns in dieser Hinsicht kontaktieren, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Bestandsaufnahme ist Rechtsanwalt Wolfgang Wittmann.


Rechtstipp vom 03.02.2015

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