Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Testament und Pflichtteil nach deutschem Erbrecht

  • 1 Minuten Lesezeit
  • (3)

Wer kein Testament oder keinen Erbvertrag fertigt, für den gilt die gesetzliche Erbfolge. Danach erben leibliche / adoptierte Verwandte und daneben auch der Ehegatte bzw. Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft. Mehrere Erben bilden eine Erbengemeinschaft.

Für wen die gesetzliche Regelung nicht passt, der sollte ein Testament aufsetzen oder einen Erbvertrag abschließen.

Der Gesetzgeber hat verschiedene Möglichkeiten zur Verteilung des Vermögens geschaffen: Ersatzerbe, die Vor- und Nacherbschaft, Vermächtnis, Auflage, Teilungsanordnung, Testamentsvollstrecker usw.

Zu beachten ist jedoch, dass der Gesetzgeber eine Mindestteilhabe am Nachlass für bestimmte Personen vorgesehen hat, den sog. Pflichtteil. In der Höhe besteht der Pflichtteil in der Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteiles. Pflichtteilsberechtigte Personen sind Kinder einschließlich adoptierter Kinder, Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, ggf. Enkel oder die eigenen Eltern. Geschwister oder Freunde sind nicht pflichtteilsberechtigt. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, auch hier frühzeitig Regelungen zu treffen, um die Pflichtteilshöhe geringer und in seltenen Fällen auch entfallen zu lassen. 

Zur Wirksamkeit der Pflichtteilsentziehung ist es erforderlich, dass der Entziehungsgrund im Testament des Erblassers konkret dargestellt wird.

Aufgrund der hohen Anforderungen an die Entziehung des Pflichtteils, ist ein Augenmerk eher auf die Verringerung des Pflichtteiles zu Lebzeiten zu legen. Als Möglichkeit bietet sich z. B. unter bestimmten Umständen eine Schenkung an. Richtig formuliert kann dadurch erreicht werden, dass sich der zu berücksichtigende Betrag innerhalb einer Frist von 10 Jahren jährlich um 10 % reduziert. Wichtig ist jedoch, dass diese Frist überhaupt beginnt, was nicht immer der Fall ist. Auch kann eine Zuwendung als Ausstattung angesehen werden, die zwischen den Kindern zu einer anderen Verteilung des Nachlasses führt. 

Zu beachten ist, dass nicht immer deutsches Recht gelten muss, mit der europäischen Erbrechtsverordnung, die für Erbfälle ab dem 17.08.2015 gilt, ergeben sich neue Risiken, aber auch Gestaltungsmöglichkeiten.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwältin Juliane Böhm

1. Wer darf ein Testament errichten? Wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und testierfähig ist, kann uneingeschränkt regeln, wie mit seinem Vermögen nach seinem Tod umgegangen werden soll. Dies ... Weiterlesen
Wer ist schon gern krank oder möchte leiden. Wenn Sie zum Arzt gehen, erhalten Sie dort nach der Untersuchung eine Beratung, welche Behandlungsmethoden mit welchem Erfolg möglich sind. Daraufhin ... Weiterlesen
Wem ein Fahrverbot droht, der muss mit erheblichen Einschränkungen im Alltag und Beruf rechnen. Daher ist die Vermeidung des Fahrverbots oft Ziel des Einspruches gegen einen Bußgeldbescheid. 1. ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

(1)
27.03.2020
Möchten Sie Ihren Pflichtteil geltend machen, weil Sie enterbt wurden? Ob Sie pflichtteilsberechtigt sind und wie ... Weiterlesen
(8)
30.03.2020
Über das eigene Ableben und seinen Nachlass denken viele nicht nach. Doch ist es wichtig, sein Erbe zu regeln – ... Weiterlesen
(3)
27.03.2020
Möchten Sie dafür sorgen, dass Ihr Ehepartner bis zu seinem Lebensende finanziell abgesichert ist? Dann sollten ... Weiterlesen