Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

Testament – welche Voraussetzungen gibt es für die Wirksamkeit? Wann ist der Erblasser testierfähig?

(1)

Oft kommt es zu einer bösen Überraschung, wenn der Erbfall eintritt und das erwartete Erbe ausbleibt oder doch zu Gunsten einer anderen Person höher ausfällt. Dann steht der Verdacht im Raum, dass der Erblasser nicht mehr Herr seiner geistigen Kräfte gewesen sei. 

Man spricht in diesen Fällen von der sog. Testierfähigkeit des Erblassers die – ob zu Recht oder Unrecht – angezweifelt wird. Wir möchten Ihnen im folgenden Rechtstipp den Begriff Testierfähigkeit bzw. Testierunfähigkeit näher erläutern.

Geschäfts- und Testierunfähigkeit: beides das Gleiche?

Im Gesetz wird zwischen diesen beiden Begriffen unterschieden, jedoch ist ihnen die Frage gemeinsam, ob der Erblasser zu Lebzeiten seinen Willen noch frei bilden und artikulieren konnte. 

Diese Fähigkeit ist Grundlage für die Rechtmäßigkeit eines Testaments. Sowohl die Geschäftsunfähigkeit als auch die Testierunfähigkeit sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. 

Die Geschäftsunfähigkeit wird in § 104 BGB geregelt. Sie gilt für alle Personen über 16 Jahre. Dies ist ebenso die Altersgrenze für die Testierfähigkeit. Prinzipiell kann man sagen, dass derjenige geschäftsunfähig ist, der sich in einem dauerhaften Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit befindet, welcher eine freie Willensbildung verhindert.

In § 2229 Abs. 4 BGB ist die Testierunfähigkeit geregelt. Dabei ist eine Person testierunfähig, wenn sie wegen einer krankhaften Störung der Geistestätigkeit, Geistesschwäche oder Bewusstseinsstörung nicht in der Lage ist, die Bedeutung einer von ihr abgegebenen Erklärung zu erfassen oder nach dieser Einsicht zu handeln.

Die Feststellung der Testierunfähigkeit 

Die Testierunfähigkeit stellt einen Ausnahmetatbestand von der im Gesetz als normal erachteten Testierfähigkeit dar. Sollte eine Testierunfähigkeit bei jemandem vermutet werden, muss die Person, die diese annimmt, erst einmal beweisen, dass eine solche vorliegt bzw. vorlag. 

Dafür muss über den Erblasser, bei dem eine Testierunfähigkeit vermutet wird oder wurde, ein Gutachten erstellt werden. In diesem Zusammenhang können ihm nahestehende Personen und behandelnde Ärzte nach seinem Gesundheitszustand befragt werden. Für die Erstellung eines solchen Gutachtens gibt es spezialisierte Ärzte, insbesondere solche mit dem Zertifikat „Forensische Psychiatrie“. 

Sollte eine den Willen verändernde Erkrankung festgestellt werden, muss zudem geprüft werden, ob diese die freie Willensausübung ausgeschlossen hat. Ein solches Gutachten ist jedoch lediglich eine Entscheidungshilfe für den Richter. Dieser muss schlussendlich nach Abwägung aller Argumente die endgültige Entscheidung über die Testierfähigkeit fällen.

Tipp

Die Klärung der Testierfähigkeit ist entscheidend für die Rechtswirksamkeit eines Testaments. Eine dabei vorzunehmende Abgrenzung zwischen Geschäfts- und Testierfähigkeit ist in diesen Fällen oftmals schwierig und entscheidend. Kontaktieren Sie uns, falls dieses Thema Sie in erbrechtlicher Hinsicht betrifft. 

Gerne können wir Sie in Ihrer Angelegenheit beraten und anwaltlich vertreten. Ausdrücklich möchten wir jedoch darauf hinweisen, dass wir keine kostenlose Beratung anbieten. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen aus dem Internet können wir auch Nachfragen zu diesem Artikel grundsätzlich nicht kostenlos beantworten.

Ihre KGK-Rechtsanwälte aus Köln-Rodenkirchen


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.