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Testamentseröffnung - Fragen und Antworten

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Was bedeutet „Testamentseröffnung“?

Als Testamentseröffnung bezeichnet man das Verfahren, bei welchem der Inhalt des Testaments sämtlichen Beteiligten zur Kenntnis gebracht wird.

Wird bei Testamentseröffnung die Wirksamkeit des Testaments geprüft?

Das Nachlassgericht prüft bei der Testamentseröffnung nicht, ob das Testament wirksam ist. 

Wann erfolgt die Testamentseröffnung?

Das Nachlassgericht eröffnet alle Testamente, die in amtlicher Verwahrung sind (vgl. § 2248 BGB, § 34 Abs. 1 S. 4 BeurkG), sobald es vom Todesfall Kenntnis erhalten hat (§ 348 FamFG). Ferner eröffnet es unverzüglich alle Testamente, welche nach § 2259 BGB abgeliefert wurden. 

Wie läuft das Verfahren zur Testamentseröffnung ab?

Das Gericht kann zur Testamentseröffnung einen Termin bestimmen und die gesetzlichen Erben sowie die sonstigen Beteiligten (z. B. Erben, Vermächtnisnehmer) zum Termin laden (§ 348 Abs. 1 FamFG). In der Praxis erfolgt eine solche Ladung aber nie. Stattdessen gibt das Gericht den Beteiligten gemäß § 348 Abs. 3 FamFG schriftlich bekannt, d. h. es sendet ihnen eine Kopie des Testaments mit Eröffnungsvermerk (Stempel) und Eröffnungsprotokoll zu. 

In der Praxis unterbleibt die Ladung oftmals. Dies hat für die Beteiligten keine negativen Konsequenzen. Das Nachlassgericht eröffnet das Testament oder den Erbvertrag auch ohne Anwesenheit der Beteiligten. Die Eröffnung wird dann nur auf dem Testament vermerkt und über die Testamentseröffnung ein Protokoll angefertigt. Anschließend wird den Beteiligten eine Abschrift des Protokolls und der eröffneten Schriftstücke zugesendet.

Was ist Gegenstand der Testamentseröffnung?

Jedes Schriftstück ist zu eröffnen, das nach seiner äußeren Form oder seinem Inhalt eine Verfügung von Todes wegen sein kann. 

Ist das gesamte Testament zu eröffnen oder nur die Teile, welche den Beteiligten betreffen?

Die Eröffnung umfasst grundsätzlich das gesamte Schriftstück. Nach § 348 Abs. 3 FamFG soll bei einem schriftlichen Verfahren allerdings nur der den Beteiligten „betreffende“ Inhalt bekannt geben werden. Sofern die Kenntnis des vollständigen Testaments allerdings zur Prüfung der Testierfähigkeit oder anderer Anfechtungsgründe benötigt wird, soll ein Anspruch auf Bekanntgabe des gesamten Inhalts bestehen (OLG Hamm FamRZ 1974, 387 (389)). 

Wird bei einem gemeinschaftlichen Testament auf den Tod eines Ehegatten das gesamte Testament eröffnet?

Bei der Eröffnung eines gemeinschaftlichen Testaments sind die Verfügungen des überlebenden Ehegatten oder Lebenspartners, soweit sie sich trennen lassen, den Beteiligten nicht bekannt zu geben (§349 FamFG). 

Welche Gerichtskosten fallen bei Testamentseröffnung an?

Für die Testamentseröffnung wird nach Anlage 1 (zu § 3 Absatz 2) Kostenverzeichnis 12101 dem GNotKG eine Festgebühr in Höhe von EUR 100,00 erhoben. 


Rechtstipp vom 16.05.2017
aus der Themenwelt Erbe und Nachlass und dem Rechtsgebiet Erbrecht

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