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Testamentsvollstreckung – wann ist sie sinnvoll?

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An das Verfassen eines Testaments oder Erbvertrages wird oft gedacht, aber die Anordnung einer Testamentsvollstreckung wird selten in Betracht gezogen. Dabei gibt es vielfache Gründe eine Testamentsvollstreckung anzuordnen.

1. Der Nachlass besteht aus einer Vielzahl von Vermögenswerten, wie Grundstücken, Wertpapieren, wertvoller Wohnungseinrichtung usw. Die Sichtung des Nachlasses, Auflösung von Konten, Verkauf von Wertpapieren, Verkauf von Immobilien oder auch nur die Auflösung einer Mietwohnung und Kündigung aller bestehenden Verträge u. ä. können einen erheblichen zeitlichen Aufwand bedeuten, einmal abgesehen von den möglichen rechtlichen Problemen.

2. Ein Unternehmen ist Teil des Nachlasses. Ist durch entsprechende Regelungen auch im Gesellschaftervertrag keine vorausschauende Vorsorge getroffen worden, so finden sich Unternehmensbeteiligte oft in der Situation, mit geschäftlich unerfahrenen Erben konfrontiert zu werden. Die Erben dagegen sind überfordert.

3. Es ist zu erwarten, dass im Rahmen einer Erbengemeinschaft, z. B. bei mehreren Kindern, nicht immer Einigkeit bestehen wird. Entscheidungen über den Nachlass können aber nur einstimmig von der Erbengemeinschaft getroffen werden. Nachlassauseinandersetzungen münden nicht selten vor Gericht, weil sich Erben über die Verwaltung und Auseinandersetzung des Nachlasses nicht einigen können.

4. Einer oder mehrere Erben sind minderjährig. Hier würde der Nachlass von einem Sorgeberechtigten, möglicherweise vom Ex-Ehepartner verwaltet, was oftmals nicht gewünscht ist.

5. Sie haben im Testament Auflagen oder Vermächtnisse zugunsten dritter Personen angeordnet und wollen sicherstellen, dass ihre Anordnungen durchgeführt werden.

6. Der Erbe ist überschuldet und die Gläubiger könnten in den Nachlass vollstrecken und so ihre Forderungen eintreiben. Der Erbe selbst hätte ggf. vom Nachlass gar keinen Nutzen.

7. Der Erbe ist behindert und es soll sichergestellt werden, dass der Sozialhilfeträger, der die Unterbringung in einer Behinderteneinrichtung finanziert, nicht auf das Erbe zugreift. Würde hier der behinderte Erbe nicht geschützt, hätte er oftmals nicht wirklich etwas vom Nachlass, da die Unterbringung das Erbe schnell verbraucht.

Bei allen diesen Konstellationen sollte eine Testamentsvollstreckung in Betracht gezogen werden. Ein versierter Nachlassverwalter kann so dafür sorgen, dass ihr Nachlass nach ihren Vorstellungen verwaltet und abgewickelt wird.

Dabei sollte auf anwaltliche Unterstützung nicht verzichtet werden, damit die Testamentsvollstreckung optimal ausgestaltet wird.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

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