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Teurer Regress der Kfz-Haftpflichtversicherung

Rechtstipp vom 02.02.2016
(2)
Rechtstipp vom 02.02.2016
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Jeder Kfz-Halter ist verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung für sein Fahrzeug abzuschließen. Diese tritt für Fremdschäden ein, welche von dem versicherten Kfz verursacht werden. Oft übersehen wird hierbei, dass der Versicherungsnehmer im Versicherungsvertrag verpflichtet wird, bestimmte Obliegenheiten gegenüber seiner Versicherung zu erfüllen. Verletzt er diese Pflichten, so kann die Haftpflichtversicherung, welche zunächst den Unfallschaden der Gegenseite reguliert, den eigenen Versicherungsnehmer in Regress nehmen. Die Höhe des Regresses ist dabei nach Art des Obliegenheitsverstoßes auf 5.000 EUR oder 2.500 EUR beschränkt. In der Kasko-Versicherung kann zudem der Versicherungsschutz ganz entfallen. Die einzelnen Regelungen hierzu sind in den Allgemeinen Bedingungen für Fahrzeugversicherungen festgelegt, welche mit den Versicherungsverträgen den Versicherungsnehmern ausgehändigt werden.

Aber auch die Beschränkung in der Haftpflichtversicherung auf 5.000,00 EUR kann im Einzelfall überschritten werden, wenn der Versicherungsnehmer gleichzeitig bzw. kurz hintereinander gleich zwei Obliegenheiten verletzt. Nicht selten kommt es vor, dass ein Fahrer unter Einfluss von Alkohol einen Unfall verursachte und danach Unfallflucht beging, damit seine Trunkenheitsfahrt durch die Polizei nicht entdeckt wird. Mit diesem Verhalten verletzte der Fahrer aber zum einen die Obliegenheitspflicht, nicht unter Alkohol zu fahren und zum anderen verletzte er vorsätzlich die Aufklärungs- und Schadensminderungspflicht nach einem Unfall. Der Versicherungsnehmer muss am Unfallort verweilen und bei der Aufklärung der Unfallverursachung und der Fremdschäden mitwirken, um seine Versicherung eine ordnungsgemäße und nicht überhöhte Regulierung zu ermöglichen. Verletzt er diese Aufklärungspflicht im groben Maße - und dies liegt bei einer Unfallflucht immer vor - und liegt zudem eine größerer Sachschaden oder Personenschaden vor, wird die Versicherung ihren Versicherungsnehmer in Regress nehmen und zwar bis zu einer Höhe von regelmäßig 5.000 EUR.

Die Verletzung der Pflicht, das Fahrzeug nicht zu führen, wenn man aufgrund von Alkoholgenuss hierzu nicht mehr in der Lage ist, schlägt ebenfalls mit 5.000 EUR zu buche. Sofern also durch einen Unfall bei gleichzeitiger Trunkenheitsfahrt ein Fremdschaden von 10.000 EUR und mehr entsteht und dieser durch die Versicherung reguliert wird, wird der Versicherungsnehmer hieran mit 10.000 EUR beteiligt werden. 

Zur Vermeidung von Regressansprüchen hat man als Versicherungsnehmer unbedingt zu beachten, dass die vertraglichen Pflichten gegenüber der Versicherung erfüllt werden. Hierzu gehört z. B. auch das unverzügliche Melden eines Unfalles. Die Addition von Regressansprüchen ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die im Einzelfall zu prüfen sind.

Jens Däumel
Rechtsanwalt


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Verkehrsrecht, Versicherungsrecht

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