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Thailändisches Steuerrecht: Die Bausteine der thailändischen Steuerplanung

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Die Körperschaftsteuer beträgt in Thailand ab dem Jahr 2013 nur noch 20%. Dieser Steuersatz ist gering im Verhältnis zu Deutschland und daher sollten deutsche Konzerne Gestaltungen nutzen, die eine Versteuerung von Erträgen in Thailand statt in Deutschland ermöglichen. Die Praxiserfahrung zeigt, dass diese Möglichkeiten bisher kaum genutzt werden. Es fehlt auch bei Großunternehmen in Thailand nicht selten ein grundlegendes Verständnis für die Bausteine der thailändischen Steuerplanung.

Keine thailändische Organschaft

Aus investitionsrechtlichen und ausländerrechtlichen Gründen verfügen Konzerne häufig über verschiedene thailändische Tochtergesellschaften. Diese haben fast ausschließlich die Rechtsform der Company Limited, vergleichbar der deutschen GmbH. Jede einzelne Co. Ltd. unterliegt der Gewinnbesteuerung von 20% sowie einer Quellensteuer auf Gewinnausschüttungen von 10%.

Eine Gruppenbesteuerung kennt Thailand nicht. Es gibt keine steuerliche Organschaft. Gewinne einer Gesellschaft können nicht mit Verlusten ihrer Schwestergesellschaft verrechnet werden. Die Geschäftspläne der einzelnen Thailandbeteiligungen sind daher so aufeinander abzugleichen, dass sämtliche (oder keine) Gesellschaften Gewinne erwirtschaften. Hierzu gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, mit denen Verlustbereiche mit profitablen Sparten zusammengelegt werden können.

Keine Mindesteigenkapitalregelung in Thailand

Thailand kennt für den Regelfall weder eine Mindestkapital bei der Gesellschaftsgründung noch eine Mindesteigenkapitalquote in steuerlicher Hinsicht. Ausnahmen sind insbesondere Unternehmen, die vom BOI Board of Investment gefördert werden. Bei der Entscheidung zwischen Eigenkapital, Bankdarlehen und Gesellschafterdarlehen hat der deutsche Konzern also grundsätzlich freie Hand.

Dies ermöglicht eine weitgehende Nutzung von Finanzierungsstrukturen zur Ergebnissteuerung. Zinsaufwand ist grundsätzlich unbeschränkt steuerlich abzugsfähig und reduziert so den Unternehmensgewinn. In einer Verlustsituation ist dagegen Eigenkapital aufgrund der geringeren Quellensteuerbelastung vorzugswürdig. 

Risiken der thailändischen Steuerstrukturierung

Thailand hat den Körperschaftsteuersatz zwar von 30% auf jetzt 20% gesenkt. Die Steuerbehörden möchten jedoch kein geringeres Steueraufkommen akzeptieren. Dies soll dadurch erreicht werden, dass bisher tolerierte Strukturen aufgegriffen und besteuert werden. Dies betrifft auch Nachlässigkeiten in der Dokumentation, z.B. bei der Einkunftsabgrenzung, den Verrechnungspreisen und Finanzierungsstrukturen im Konzern. 

Der deutsche Steuerberater sieht bei der Vorabstimmung von anspruchsvollen Steuerstrukturierungen mit der thailändischen Finanzverwaltung zunächst deren unerfahrene und manchmal etwas naive Herangehensweise. Dies ist aber trügerisch, denn auch die Finanzverwaltung lernt schnell hinzu. Kommt es Jahre später dann zu einer Steuerprüfung, stehen ihm bestens informierte und geschulte Finanzbeamte entgegen. Es ist daher eine gute Taktik, nicht die Gestaltung zu wählen, die aktuell gerade noch akzeptiert wird, sondern bereits jetzt nach guten deutschen Steuerberaterstandards vorzugehen, damit später der Mandant nicht draufzahlen muss.

Veränderung als konstantes Element der Steuerplanung

Die Steuerplanung in Thailand ist einem fortlaufenden Anpassungsdruck an ein verändertes rechtliches und steuerliches Umfeld ausgesetzt. Es ist daher eine vernünftige Zielsetzung, die Thailandinvestition möglichst schlank aufzustellen. Dies betrifft zum einen die nach Thailand eingebrachten Wirtschaftsgüter. Immaterielle Werte sollten besser aus dem Ausland heraus gehalten werden. Patente und Warenzeichen sind daher entweder auf das deutsche Mutterhaus zu registrieren, oder aber besser auf besonders geeignete Holdinggesellschaften in einer Jurisdiktion, die die zukünftige Steuerbelastung gering hält.

Die in den Jahren 2012 und 2013 durchgeführte Verminderung des Körperschaftsteuersatzes auf jetzt 20% wird auch in 2014 Bestand haben. Für 2015 lässt sich derzeit jedoch keine verlässliche Voraussage erstellen. Auch das Gefälle zwischen niedriger Körperschaftsteuer und hohem Einkommensteuersatz muss nicht von Dauer sein. Die steuerliche Situation ist daher vor Ort aufmerksam zu beobachten, um schnell reagieren zu können.


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