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Tipps zum Gebrauchtwagenkauf

Rechtstipp vom 09.03.2018
Aktualisiert am 29.11.2018
Rechtstipp vom 09.03.2018
Aktualisiert am 29.11.2018

Gebrauchtwagenverkauf

Ein gepflegtes Fahrzeug reicht zur „Vorstellung“ beim Kaufinteressenten

Ratschläge, wie man eine Rostlaube restauriert und aufpoliert, können hier natürlich nicht gegeben werden – sie wären schlicht unseriös. Um einen automobilen Wegbegleiter nach treuen Diensten möglichst gut auf das Verkaufsgespräch vorzubereiten, sollte man ihn ganz einfach außen waschen und innen reinigen bzw. aussaugen. Auch eine Luftdruck- und Ölstandskontrolle sowie ein kontrollierender Blick auf Kühlwasser und Bremsflüssigkeit kann nichts schaden – ein gut gepflegtes und gewartetes Auto macht eben Eindruck.

Allerdings sollte man es nicht übertreiben: Eine Motorwäsche könnte den Verdacht erwecken, dass vielleicht verräterische Ölspuren entfernt werden sollten. Und etwas verbleibender Schmutz unter den Fußmatten oder der Kofferraummatte deutet darauf hin, dass hier keine undichte Bodenwanne vorgetäuscht wurde.

Wichtige Unterlagen

Rechtzeitig vor dem Verkaufsgespräch sollte man alle Unterlagen zusammenstellen: Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief, Kundendienstheft, AU-Bescheinigung und die Prüfberichte der Paragraf-29-Hauptuntersuchungen, Wartungs- und Reparaturrechnungen. Falls man ein Auto für einen Verwandten oder Bekannten verkaufen soll, ist dazu eine schriftliche Vollmacht erforderlich: Es genügt ein formloses, vom Fahrzeugeigner unterzeichnetes, Schreiben.

Probefahrt

Besonders wichtig für den Verkäufer ist, dass er verschiedene rechtliche Aspekte beachtet. Bevor man den Kaufinteressenten zur Probefahrt ans Steuer lässt, sollte man sich unbedingt den Führerschein zeigen lassen. Sonst sind Probleme – bei einem Unfall oder einer Verkehrskontrolle – vorprogrammiert. Unter Umständen muss man für Schäden, die der Kaufinteressent bei der Probefahrt verursacht, haften.

Zumindest kann die Haftpflichtversicherung von einem Fahrzeughalter, der eine „Schwarzfahrt“ ermöglicht hat, eine Schadenserstattung in beträchtlicher Höhe fordern. Mit der Führerscheinkontrolle erledigt sich gleich auch ein zweites Problem: Man weiß, dass der Kaufinteressent volljährig ist. Denn bei Verträgen mit Minderjährigen müssen die Eltern unterschreiben.

Bei der Probefahrt sollte man auf jeden Fall mitfahren – die Fahrzeugpapiere sollte man jedoch zu Hause lassen. Natürlich muss sich der Kaufinteressent alle Fahrzeugpapiere in Ruhe ansehen können. Trotzdem: Geben Sie die Papiere, besonders den Fahrzeugbrief als Besitzurkunde, nur kurz aus der Hand.

Fahrzeugübergabe

Datum und Uhrzeit der Fahrzeugübergabe mit Aushändigung sämtlicher Schlüssel und Fahrzeugpapiere sollte der Verkäufer unbedingt schriftlich festhalten. Als Vertragsanwalt des ACE empfehle ich hierzu, den von uns formulierten Kaufvertrag zu verwenden.

Auch für das Um- und Abmelden des Fahrzeugs ist man als Verkäufer noch verantwortlich. In der Praxis erledigt diese Aufgaben jedoch meist der Käufer. Wichtig ist, diese Pflicht im Kaufvertrag festzuhalten.

Ich empfehle nach dem Verkauf sofort schriftlich die eigene Versicherung hierüber zu informieren.

Wichtig: Papiere und Fahrzeug erst aus der Hand geben, wenn man den Kaufpreis in voller Höhe erhalten hat und dieser nicht mehr „zurückrufbar“ ist. 

Gewährleistungsrecht

Die zwingenden Bestimmungen des neuen Gewährleistungsrechts gelten im Wesentlichen nur für den sogenannten Verbrauchsgüterkauf, also dem Kauf zwischen dem Händler und einem Verbraucher. Für Privatleute untereinander ändert sich dagegen kaum etwas, insbesondere ist ein Gewährleistungsausschluss, so wie in unserem Mustervertrag formuliert, weiterhin möglich und auch anzuraten. Schließt man in dieser Weise die gesetzliche Gewährleistung aus, bleibt es dabei, dass der Käufer nur beim Fehlen zugesicherter Eigenschaften oder beim Nachweis einer arglistigen Täuschung Ansprüche stellen kann. Versäumt der Verkäufer jedoch, die Gewährleistung im Vertrag auszuschließen, unterliegt er der gesetzlichen, nunmehr 2-jährigen Gewährleistungspflicht.


Rechtstipps aus den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, Kaufrecht, Verkehrsrecht

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