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Übermäßig viele Privatgespräche mit Diensthandy: Kündigung

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Wer mit dem Diensthandy übermäßig viele private Gespräche führt, muss mit einer fristlosen Kündigung rechnen. Das gilt auch dann, wenn aufgrund der langen Betriebszugehörigkeit eine ordentliche Kündigung nicht mehr möglich ist.

Diensthandy für Privatgespräche benutzt

Ein als Hubwagenfahrer beschäftigter Mitarbeiter hatte das Handy des Unternehmens fast ausschließlich für Privatgespräche benutzt und in zwei Jahren Kosten in Höhe von rund 570 Euro verursacht. Die Firma reagierte mit Entlassung. Vor Gericht wehrte sich der Arbeitnehmer mit dem Argument, das Telefon irrtümlich privat genutzt zu haben.

Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main entschied, dass die Unternehmerin ihren Mitarbeiter erst hätte abmahnen müssen. Das Urteil der Vorinstanz hob das Hessische Landesarbeitsgericht (Az.: 17 Sa 153/11) auf – es wies die Klage ab.

Verdacht eines vorsätzlichen Pflichtverstoßes

Die übermäßig vielen Privatgespräche seien zunächst kein wichtiger Grund für eine Kündigung. Die Aussage, er hätte irrtümlich versäumt, die Gespräche anzugeben, entkräfte nicht den Verdacht eines vorsätzlichen Pflichtverstoßes.

Die vielen Privatgespräche zeigten, dass kein Versehen vorlag, sondern eine einheitliche Methode. Der Mann konnte anhand der Rechnungen erkennen, dass er die Gespräche nicht selbst bezahlen musste. Dass er danach nicht die Arbeitgeberin über die angeblich versehentlichen Privatgespräche informiert und keine Übernahme der Kosten angeboten hatte, machte nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts klar, dass er vorsätzlich gehandelt hat.

Langjähriges Arbeitsverhältnis wiegt Vertragsverletzung nicht auf

Auch das langjährig unbeanstandete Arbeitsverhältnis konnte nach Ansicht der Richter die Schwere der Vertragsverletzung nicht aufwiegen. Wer übermäßig auf Kosten der Firma privat telefoniere, dürfe nicht mit einer Billigung seines Verhaltens rechnen. Daher sei auch eine Abmahnung unnötig gewesen, erklärten die Richter. Die Revision ließen sie nicht zu.


Rechtstipp vom 05.01.2017
aus der Themenwelt Abmahnung und Kündigung und dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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