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Überstunden ablehnen: Wie Mitarbeiter doch den Feierabend einläuten können

Rechtstipp vom 26.04.2016
Rechtstipp vom 26.04.2016

Überstunden sind für viele Angestellte ein unliebsames Übel. Der Chef kommt mit Mehrarbeit und der Feierabend rückt in weite Ferne. Doch Neinsagen ist eine Option, wenn Überstunden drohen.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer leistet Mehrarbeit

Über die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer leistet einer Studie zufolge mehr Überstunden ab, als der Arbeitsvertrag festlegt. Sind Überstunden gemäß Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt, sind Arbeitnehmer zur Mehrarbeit verpflichtet. Eine solche Regelung zur Mehrarbeit lautet bspw., dass der Arbeitnehmer im Bedarfsfall zur Ableistung von Überstunden verpflichtet sei.

Spricht Ihr Arbeitsvertrag jedoch nicht von Überstunden, dann gelten für Angestellte regelmäßige Arbeitszeiten, denn der Arbeitgeber muss Ihre Interessen berücksichtigen.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie sich gegen Überstunden wehren wollen, dann stimmen Sie der Mehrarbeit nicht sofort zu, sondern bitten um etwas Bedenkzeit, wenn der Chef um Mehrleistung bittet. Entscheiden Sie sich nach Ihrer Überlegung gegen die Überstunden sollte eine Absage der Überstunden kooperativ formuliert und darauf geachtet werden, dass Ihre Entscheidung auch erläutert wird.

Überstunden diplomatisch abwehren

Selbstverständlich erfreut sich jeder Arbeitgeber auf neue Aufgaben, mit dem der Chef ihn betraut. Bedanken Sie sich ruhig und freundlich für das entgegengebrachte Vertrauen. Sollten Ihnen Ihre Aufgaben aber über den Kopf wachsen, erläutern Sie ihrem Vorgesetzten sachlich, welche Aufgaben Sie bereits übernehmen und in Ihrer Verantwortung liegen. Wenn Sie befürchten, dass durch die neue Aufgabe alte leiden, sollten Sie dies auch anführen.

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Chef, wie die Situation aufzulösen ist. Sollten Sie keinen Konsens finden können und die Überstunden doch auf Sie fallen, besteht noch die Möglichkeit der Entbindung von anderen Ihrer Aufgaben, um die Neue zu übernehmen.

Interessen berücksichtigen

Jeder Chef reagiert auf eine Ablehnung von Mehrarbeit anders, dennoch müssen Sie selbst für sich entscheiden und abwägen, ob die Mehrarbeit im Rahmen des Ihnen Möglichen zu übernehmen ist. Geht es nur um eine einmalige Bearbeitung, sollte ein vertrautes Arbeitsverhältnis nicht auf die Probe gestellt werden.

Häuft sich die Mehrarbeit und die Überstunden sind an der Tagesordnung, sollten Sie etwas zurücktreten.

Sollten Sie sich unsicher sein, wie Sie Ihrem Chef gegenübertreten sollten oder ob die Mehrarbeit gerechtfertigt ist, ist der Rat eines Anwalts im Arbeitsrecht heranzuziehen. Dieser kann objektiv und fachkundig Ihre Lage einschätzen, um gemeinsam eine Lösung zu finden.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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