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Übertragung des alleinigen Sorgerechts auf einen Elternteil

aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

Mit Beschluss vom 12.1.2017 hat das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg einem Elternteil das alleinige Sorgerecht für ein minderjähriges Kind übertragen, da hier das für die gemeinsame Ausübung erforderliche Mindestmaß an Übereinstimmung in wesentlichen Bereichen der elterlichen Sorge und eine tragfähige soziale Beziehung zwischen den Eltern fehle.

Jedoch rechtfertigt nach Ansicht des Gerichts nicht jede Meinungsverschiedenheit der Eltern die Aufhebung der gemeinsamen elterlichen Sorge. Nur wenn auf absehbare Zeit nicht zu erwarten ist, dass die Eltern eine gemeinsame Kommunikationsbasis hinsichtlich der das Kind betreffenden Fragen finden, ist davon auszugehen, dass eine Beibehaltung der gemeinsamen elterlichen Sorge mehr Nachteile als Vorteile für das Kind mit sich bringen würde.

Im entschiedenen Fall gab es mehrere Gewaltvorfälle seitens eines Elternteils mit Strafanzeigen und gerichtlichen Anordnungen nach dem Gewaltschutzgesetz, außerdem gab es zuvor schon ein gerichtliches Sorgerechtsverfahren zwischen den Eltern, die sich nicht darüber einigen konnten, welchen Vornamen das gerade geborene Kind erhalten sollte.

Für das Gericht war nicht absehbar, dass die Eltern demnächst in der Lage sein würden, gemeinsame Angelegenheiten bezüglich des Kindes konstruktiv und nachhaltig zu regeln, sondern die nach Ansicht des Gerichts bestehenden unüberbrückbaren Unstimmigkeiten und Kommunikationsschwierigkeiten stünden der gemeinsamen elterlichen Sorge entgegen.

Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg, 170 F 12809/16, Beschluss vom 12.01.2017, derzeit noch nicht rechtskräftig, Beschwerde zum Kammergericht möglich.

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            Rechtsanwältin Anke Hawemann (Kanzlei Hawemann) Rechtsanwältin Anke Hawemann

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