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Umgangskonflikte bei in unterschiedlichen Ländern lebenden Elternteilen

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Angesichts der steigernden Anzahl multinationaler Ehen und Partnerschaften treten vermehrt Probleme und Konflikte bezüglich des Umgangs- und Sorgerechts des gemeinsamen Kindes bzw. der gemeinsamen Kinder auf. Den Eltern ist im Kindeswohlinteresse anzuraten, genaue Regelungen zu treffen, um diese Konflikte nach Scheitern der Ehe bzw. Partnerschaft zu lösen. Denn regelmäßig ist es im Kindeswohlinteresse, mit beiden Elternteilen Kontakt zu haben. Etwaige Differenzen sollten nicht auf Kosten des Kindes ausgetragen werden.

Abgesehen von den gravierenden Fällen der Kindesentführungen, deren Problemlösung in diversen internationale Übereinkommen wie z.B. dem Haager Kindesentführungsübereinkommen, der Brüssel IIa-Verordnung sowie dem Haager Kindesschutzübereinkommen geregelt ist, stehen häufig praktische Regelungsprobleme im Vordergrund. So wird häufig der Umgang über nationale Grenzen hinaus zu regeln sein. Der klassische Wochenendumgang wird dann häufig faktisch (und finanziell) nicht möglich sein. Dinge wie Schulzeiten des Kindes etc. sind zu berücksichtigen. Häufig wird eine großzügige Umgangsregelung im Urlaub beim anderen Elternteil getroffen. Daneben empfehlen sich Regelungen, die regelmäßig Kontakt per Telefon und durch andere Kommunikationsmittel wie „Skype“ ermöglichen.

Kann eine Regelung, ggf. auch unter Mitwirkung staatlicher Stellen (in Deutschland z.B. das Jugendamt), zwischen den Elternteilen nicht erreicht werden, bleibt als letztes Mittel nur der Gang zu den Familiengerichten. Zwar ist es vorzugswürdig, den außergerichtlichen Weg mit Unterstützung des Jugendamts und ggf. auch mit Anwalt zur Lösung zu nutzen, es sollte aber auch nicht zu lange mit dem Beschreiten des Rechtswegs gewartet werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn der Expartner den Umgang faktisch vereitelt. Denn dies stellt auch eine gravierende Verletzung des Kindeswohls in Form des Umgangs mit dem anderen Elternteil dar. Anwaltliche Hilfe ist in diesem Fall in jedem Fall anzuraten.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Familienrecht, Internationales Recht

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