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Umgangsrecht und Unterhalt

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Das Kammergericht, (das ist das oberste Berliner Gericht) hat jüngst entschieden (13 UF 164/15), dass überdurchschnittliche Umgangszeiten mit dem Kind (den Kindern) die Reduzierung der Arbeitszeit nicht rechtfertigen. Also die Unterhaltspflicht nicht verringern.

Was ein „außergewöhnlicher“ Umgang ist, wird allerdings nicht definiert. Selbst 3 Tage in der Woche reduzieren laut BGH (Bundesgerichtshof) nicht die Verpflichtung zur Zahlung von Kindesunterhalt nach der Düsseldorfer (Frankfurter, Südeutscher etc.) Tabelle. Erst beim echten Wechselmodell („halbe/halbe“) sieht es anders aus.

Ob diese Entscheidung kindgerecht und sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Denn jahrzehntelange Erfahrung wie viele – auch internationale – Forschungen zeigen uns, dass ein erweiterter Umgang mit einem Elternteil in der Regel dem Kind guttut, vor allem in Trennungssituationen.

Eine Änderung ist erst in Sicht, wenn das Wechselmodell als Regel und nicht als Ausnahme bei der Trennung/Scheidung angesehen wird, vgl. hierzu auch auf meiner Homepage unter „Aktuelles“. Bis dahin ist noch ein weiter Weg, die Justiz ist langsam.

Das Wechselmodell sollte freilich nicht aus Unterhaltsgründen vereinbart werden, sondern um mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können. Es setzt Kooperation der Eltern voraus; die muss nicht herzlich sein, sondern kann auch durch elektronische Medien erfolgen („Ich hole Peter am Mittwoch von der Schule ab, ok?“), aber eben kein Krieg.

Nach meiner Erfahrung baut das Wechselmodell mit der Zeit auch die Spannungen der Eltern ab (oft, aber nicht immer), was wiederum den Kindern zugutekommt, denn die wünschen sich das.


Rechtstipp vom 22.05.2016
aus der Themenwelt Sorgerecht und Umgangsrecht und den Rechtsgebieten Familienrecht, Internationales Recht

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