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Unfall bei Probefahrt - sichern Sie sich ab!

  • 1 Minuten Lesezeit

Vor einem Autokauf ist sie fast schon Pflicht: die Probefahrt. Doch wer haftet, wenn es auf der Probefahrt einen Unfall gibt? Und wie sichern Sie sich für den Fall der Fälle ab? Eine aktuelle Entscheidung des Amtsgerichts Essen-Steele (Urteil vom 24.07.2020 - 17 C 136/19) gibt Anlass, darauf genau zu achten. 


Probefahrt oder Eigenmacht?


Ein Kaufinteressent war zusammen mit seiner Ehefrau auf dem Betriebsgelände einer großen VW-Händlerin erschienen. Sie interessierten sich für einen gebrauch­ten VW Passat Variant. Der stand vorwärts eingeparkt auf dem Gelände. Vor der Front befand sich eine „Steinblockade". Unter letztlich ungeklärten Umständen hatte der Verkaufsberater dem Interessenten die Fahrzeug­schlüssel ausgehändigt. Der setzte sich ans Steuer, startete den Motor und fuhr los - leider vorwärts gegen die "Steinblockade". Dabei entstand an dem Objekt der Begierde ein Schaden in Höhe von 1.755,25 EUR netto.

Das Gericht vernahm im Unfallprozess den Verkaufsberater und die Ehefrau des Interessen­ten, war aber danach nicht überzeugt, dass eine Probefahrt vereinbart wor­den war. Wäre das der Fall gewesen, hätte der Kaufinteressent nur für Vor­satz und grobe Fahrlässigkeit gehaftet. Diese Haftungsbeschränkung hat das Gericht ihm nicht zugestanden. So musste er auch für einfache Fahrlässig­keit, die zweifellos zu bejahen war, haften. Er musste also den vollen Schaden ersetzen.


Probefahrtvertrag bringt Sicherheit


Zur Vermeidung solcher Haftungsrisiken, für die dann auch keine eigene Haftpflichtversicherung einstehen würde, empfehle ich dringend den Abschluss eines Probefahrtvertrages. Einen solchen bieten alle seriösen Autohändler an und mit einem solchen Vertrag ist man - bei entsprechender Ausgestaltung - vor solch unglücklichen Szenen wie in Essen geschützt. Es muss dann nämlich nur für grobe Fahrlässigkeit (z.B. Alkohol am Steuer oder gravierende Verkehrsverstöße) und Vorsatz (absichtliche Herbeiführung eines Schadens) gehaftet werden. Weiterhin empfiehlt es sich, bei Streitigkeiten im Rahmen der Probefahrt gleich einen Fachanwalt für Verkehrsrecht hinzuzuziehen.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Schadensersatzrecht & Schmerzensgeldrecht, Verkehrsrecht

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