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Unfall im Ausland: Schadensregulierung in der EU

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Immer wieder kommt es zu Unfällen im Ausland, sei es im Urlaub oder auf einer Geschäftsreise. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Auslandsbezug hat deutlich zugenommen. Gerade bei einem Verkehrsunfall im Ausland ist die anschließende Schadensregulierung allerdings nicht immer ganz einfach. Nicht selten bleibt man dann als Geschädigter auf seinen Schäden „sitzen“, denn häufig sorgen Rechts- und Sprachbarrieren für Schwierigkeiten mit dem Unfallgegner und seiner Versicherung.

Unfallabwicklung: Regeln der EU 

Um die Abwicklung von Verkehrsunfällen im europäischen Ausland zu vereinfachen, hat die Europäische Union die sogenannte KH-Richtlinie eingeführt. Jede Autoversicherung (Kraftfahrthaftpflichtversicherung) wurde verpflichtet, in allen EU-Staaten einen Regulierungsbeauftragten – also einen Schadensregulierer des Reiselandes – für die beteiligten Länder zu benennen, der einen Verkehrsunfall bearbeitet und abwickelt. Den Schadensregulierungsbeauftragten kann man über folgende die Auskunftsstelle ermitteln: Zentralruf der Autoversicherer, Glockengießerwall 1, 20095 Hamburg, Telefon: 0800/2502600

Dieser Regulierungsbeauftragte in Deutschland leitet Ansprüche an die jeweilige Versicherung im EU-Ausland weiter und erleichtert damit, Ansprüche effektiv geltend zu machen. 

Was tun, wenn der Unfallgegner nicht bezahlt?

Auch wenn Sie alles beachten und der zuständigen Versicherung alle Unterlagen korrekt überlassen, kann es durchaus passieren, dass Ihr Unfallgegner nicht zahlt. Haben Sie Ihren Pkw nach dem Unfall dann schon reparieren lassen, bleiben Sie im schlimmsten Fall auf den Kosten dafür komplett sitzen. 

Damit das nicht passiert, hat der Regulierungsbeauftragte für die Bearbeitung der Schadensmeldung bis zu drei Monate Zeit. In dieser Zeit muss es aber nicht zur einer vollständigen Schadensabwicklung kommen. Es muss jedoch in dieser Zeit zumindest eine Erklärung/Stellungnahme des Versicherers zum Vorgang abgegeben werden. 

Liegt nach drei Monaten noch kein Entschädigungsangebot des Versicherers vor, können Sie sich an die Verkehrsopferhilfe (VOH) wenden. Diese Einrichtung der deutschen Autohaftpflichtversicherer springt ein, wenn der Gegner nicht bekannt ist oder wenn dessen Versicherung eine Zahlung verweigert. Zwar ist die VOH nicht zu einer Zahlung verpflichtet, aber es schadet sicherlich nicht, es zu versuchen, so zu seinem Geld zu kommen.

Fazit

Wenn Sie einen Unfall im Ausland haben, gibt es durchaus Möglichkeiten zu seinem Recht und zu seinem Geld zu kommen – entweder mit Hilfe des Schadensregulierers oder mit Hilfe der VOH. Wenn Sie Unterstützung bei der Unfallabwicklung im EU-Ausland benötigen – sprechen Sie uns gerne an! 


Rechtstipp vom 18.04.2017

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