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Unterhaltsvorschuss rückwirkend ab 01.07.2017 – Antragsfrist beachten!

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Ab 01.07.2017 gibt es nun auch Unterhaltsvorschuss für Kinder vom 12. bis 18. Lebensjahr. Die bisherige maximale Bezugsdauer von 6 Jahren ist ebenfalls entfallen. Unterhaltsvorschuss erhalten alleinerziehende Elternteile, wenn der andere Elternteil zum Barunterhalt verpflichtet ist, jedoch nicht oder zu wenig zahlt oder zahlen kann.

Für Kinder unter 12. Jahren ist das Einkommen des alleinerziehenden Elternteils unerheblich. Bei Kindern im Alter vom 12. bis 18. Lebensjahr gibt es den Unterhaltsvorschuss nur, wenn das Bruttoeinkommen des alleinerziehenden Elternteils 600,00 brutto übersteigt, so dass nur ergänzend ALG II bezogen wird. 

Der Unterhaltsvorschuss beträgt von 0 bis 5 Jahren 150,00 EUR, von 6 bis 11 Jahren 201 EUR und ab dem 12. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit 268,00 EUR.

Beantragt werden muss der Unterhaltsvorschuss beim zuständigen Jugendamt (Wohnsitz), viele Jugendämter stellen die Anträge auf ihren Internet-Seiten zum Download zur Verfügung.

Besonders wichtig ist, den Antrag noch bis zum 30.09.2017 beim zuständigen Jugendamt einzureichen, denn dann gibt es den Unterhaltsvorschuss auch noch rückwirkend ab 01.07.2017. Sonst wird der Unterhaltsvorschuss erst ab den Monat der Antragstellung gewährt. Bei Kindern über 12 Jahre muss darauf geachtet werden, dass neben dem allgemeinen Antrag noch ein Ergänzungsantrag eingereicht werden muss.

Beizufügen sind dem Antrag folgende Unterlagen:

  • Personalausweis oder Reisepass/Wohnsitznachweis 
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • falls vorhanden Unterhaltstitel (z. B. Gerichtsbeschlüsse, Jugendamtsurkunden)
  • Nachweise über Unterhaltszahlungen oder Halbwaisenrente, falls Zahlungen erfolgen
  • bei nichtehelichen Kindern Nachweis der Vaterschaft (z. B. Vaterschaftsanerkennungsurkunde)
  • bei getrennt lebenden, noch verheirateten Alleinerziehenden ein Nachweis über das Getrenntleben
  • falls bereits geschieden der Scheidungsbeschluss oder Nachweis über die Aufhebung der Lebenspartnerschaft

Rechtstipp vom 04.09.2017
aus der Themenwelt Familie und Beziehung und dem Rechtsgebiet Unterhaltsrecht

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