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Unzufrieden mit der Zeugnisnote? Wie kann ich mich wehren?

aus den Rechtsgebieten Schulrecht, Verwaltungsrecht

Letzte Woche haben Schulkinder in NRW ihre Zeugnisse erhalten. Nicht alle Schüler bzw. Eltern sind mit der Benotung einverstanden. Insbesondere, wenn es um die Abschlussnote geht oder Schüler ungerechtfertigt nicht versetzt werden, kann die Einlegung eines Rechtsmittels geboten sein.

In diesem Artikel soll kurz und einfach erklärt werden, welche Rechte Schüler bzw. deren Eltern haben. 

Wie kann ich die Zeugnisnote anfechten?

Zunächst einmal ist wichtig, zu verstehen, dass es sich bei einem Zeugnis oder auch einer Zeugnisnote um einen öffentlich-rechtlichen Bescheid handelt. Es besteht daher wie bei jedem anderen Bescheid die Möglichkeit, gegen diesen Rechtsmittel einzulegen. 

Bei einer Zeugnisnote ist dies entweder eine Beschwerde oder ein Widerspruch. Eine Beschwerde ist das richtige Rechtsmittel bei einem Halbjahreszeugnis oder einer einzelnen Klausur. Gegen Noten des Abschlusszeugnisses ist grundsätzlich der Widerspruch das richtige Rechtsmittel. Dies gilt auch für Halbjahreszeugnisse in der Oberstufe, da diese relevant für die Abiturnote sind. 

Wo kann ich Widerspruch einlegen?

Der Widerspruch ist grundsätzlich schriftlich bei der Schule einzulegen. Wichtig ist eine umfangreiche Begründung des Widerspruchs. Der Widerspruch kann entweder mit materiellen Bewertungsfehlern und/oder mit formellen Fehlern begründet werden. Die Schule muss sich dann mit diesem Widerspruch und der konkreten Begründung auseinandersetzen und einen Widerspruchsbescheid erlassen. in der Praxis erfolgt dies im Rahmen einer Widerspruchskonferenz. Sollte die Schule dem Widerspruch nicht abhelfen kann gegen den ablehnenden Widerspruchsbescheid eine Klage vor dem Verwaltungsgericht erhoben werden. 

Grundsätzlich sind ein sehr schnelles Handeln und die kurzfristige Einlegung des Widerspruchs zu empfehlen. So wird die Chance erhöht, dass bis zum Ablauf der Sommerferien über den Widerspruch entschieden wird. Dies ist insbesondere bei Versetzungsfällen wichtig. 

Gibt es die Möglichkeit, gerichtlich eine vorläufige Versetzung zu erreichen?

Ja. Im Rahmen eines vorläufigen Rechtsschutzverfahrens kann beantragt werden, dass man zumindest vorläufig – bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache – versetzt wird. Die ist sinnvoll, wenn über den Widerspruch nicht bis vor Beginn des neuen Schuljahres beschieden wird oder der Widerspruch abgewiesen wird, da das Klageverfahren in der Regel langwierig ist.

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung!

Allen Schülern wünschen wir fantastische Sommerferien!

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            Rechtsanwalt LL.M Christoph Krosch (KGK Rechtsanwälte) Rechtsanwalt LL.M Christoph Krosch

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