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Unzulässiger Einbehalt des Guthabens auf der Prepaid-Kreditkarte

Rechtstipp vom 31.01.2019
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Rechtstipp vom 31.01.2019
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Vermehrt erreichen Rechtsanwalt Benjamin Hasan Anfragen von Verwendern sogenannter "Prepaid- Karten", die nicht mehr auf das von ihnen auf die Karte eingezahlte Guthaben zugreifen können. Nach Auffassung mancher Verwender bieten diese Karten zwar den Vorteil, dass sie den Nutzer beim Einkaufen im Internet vor unrechtmäßigen Abbuchungen außerhalb des durch Einzahlung eingeräumten Verfügungsrahmens schützen, da Zahlungen nicht auf Kredit-, sondern auf Guthabenbasis abgewickelt werden. Andererseits tummeln sich jedoch auch Anbieter zweifelhafter Provenienz unter den Karten-Emittenten.

Hinter den Begriffen Karten-Anbieter und Karten-Emittenten verbergen sich zwei völlig verschiedene Akteure. Bei den Anbietern handelt es sich um die am Markt bekannten Kreditkartengesellschaften (MasterCard, Visa, AMEX etc.), welche den Zahlungsverkehr mit dem Zahlungsempfänger bzw. Händler durchführen und letzterem die Zahlung mit der (Kredit-)Karte garantieren. Andererseits wird die Karte von einem Emittenten herausgegeben. (Kredit-)Karten-Emittenten sind somit die Banken oder Finanzdienstleister, die die Kreditkarte an ihre Kunden herausgeben.

Vereinzelt verfügen die Emittenten nicht über einen Sitz in der Bundesrepublik, sondern agieren etwa aus dem sicheren Hafen eines einschlägigen Steuerparadieses. Nachdem die ausgegebenen Karten durch Einzahlung aktiviert und „aufgeladen“ wurden – und die Emittentin ihre Gebühren einbehalten hat – stellt sich dann zum Leidwesen der Verwender gelegentlich heraus, dass das Geld doch nicht dem der Karte jeweils zugeteilten Konto gutgeschrieben wurde. Dabei variieren die Höchstbeträge der möglichen "Aufladungen" je nach Anbieter von EUR 500 bis EUR 15.000.

Benjamin Hasan ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Er bezweifelt, dass die Verwender von Prepaid-Karten, deren Guthaben aufgrund teilweise fadenscheiniger Begründungen einbehalten wurde oder unauffindbar geworden ist, rechtmäßige Auszahlungsansprüche ohne anwaltliche Vertretung gegen die Emittenten durchsetzen können. Er rät denjenigen Kunden, die Opfer einer unrechtmäßigen Einbehaltung von Guthaben geworden sind: „Wer eine Prepaid-Karte nutzen möchte, ist gut beraten, seine örtliche Hausbank aufzusuchen oder zumindest einen Emittenten mit Sitz in der Bundesrepublik zu wählen." Sei die Überweisung erst einmal veranlasst worden, würde es für den Verbraucher aus eigener Kraft schwer, einen unseriösen Emittenten zur Auszahlung des einbehaltenen Guthabens zu veranlassen, so der Anwalt weiter.


Rechtstipp aus der Themenwelt Schulden und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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