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Urlaubsentgelt trotz Minijob – Das geht?

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Geringfügige Beschäftigungen (sog. Minijobs) sind aufgrund ihrer hohen Flexibilität nicht nur für Unternehmen interessant, um beispielsweise kurzfristigen Personalbedarf abzudecken, auf Auftragsspitzen oder schwankende Nachfrage zu reagieren. Nein, auch für die Minijobber selbst bietet sich hierdurch eine gute Möglichkeit, sich steuer- und sozialabgabenfrei etwas nebenbei dazuzuverdienen.

Es handelt sich immer dann um eine geringfügige Beschäftigung, wenn das Arbeitsentgelt in einem Zeitraum von zwölf Monaten nicht über 450 EUR monatlich liegt, der Arbeitnehmer in einem Jahr demnach nicht mehr als 5400 EUR verdient.

Die Praxis zeigt jedoch, dass es derzeit weit verbreitete Auffassung ist, Minijobber haben automatisch weniger Rechte als Vollzeitarbeitnehmer. Genau das Gegenteil ist allerdings der Fall; in ihren Rechten und Pflichten sind Minijobber im Vergleich zu ihren Vollzeitarbeitnehmerkollegen diesen in nichts nachgestellt. Sie unterscheiden sich quasi hauptsächlich nur darin, dass sie weniger Stunden in der Woche arbeiten und von der Steuer- und Sozialabgabenpflicht befreit sind.

In rechtlicher Hinsicht sind geringfügig Beschäftigte gleichgestellt mit Vollzeit-oder Teilzeitarbeitnehmern. Das heißt, in rechtlicher Hinsicht genießen sie den gleichen Arbeitsschutz. Hierzu gehören insbesondere der bezahlte Urlaub und auch die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Allgemein stehen einem Arbeitgeber allgemein 24 bezahlte Urlaubstage zu, wenn man von einer 6-Tage-Woche ausgeht. Für Teilzeitarbeitnehmer und auch geringfügig Beschäftigte ist die Anzahl bezahlter Urlaubstage entsprechend zu ermitteln:

Individuelle Arbeitstage pro Woche x 24 (Urlaubsanspruch in Werktagen) / 6 (übliche Arbeitstage, Montag bis Samstag)

Bei einer 5-Tage-Woche beträgt der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch demnach 20 Tage, bei einer 4-Tage-Woche 16 Tage, bei einer 3-Tage-Woche 12 Tage, bei einer 2-Tage-Woche acht Tage und bei lediglich einem üblichen Arbeitstag in der Woche sind es vier Tage.

Vom Urlaubsentgelt (Lohnfortzahlung während des Erholungsurlaubes) zu unterscheiden ist das sogenannte Urlaubsgeld, welches bloß eine freiwillige Zusatzleistung des Arbeitgebers darstellt. Ebenso wie das Weihnachtsgeld, welches ebenfalls eine freiwillige Zusatzleistung des Arbeitgebers darstellt, kann dieses auch schon mit dem Stundenlohn abgegolten werden, indem es in diesen mit eingerechnet werden kann.

Zu beachten ist ebenso, dass Minijobber die Entgeltfortzahlung für den Arbeitsausfall an Feiertagen genießen. Das heißt, wenn der Feiertag auf einen Tag fällt, an dem der Arbeitnehmer sonst regelmäßig zur Arbeitsleistung verpflichtet wäre, hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf das Arbeitsentgelt, welches er normalerweise ohne den Arbeitsausfall enthalten hätte. Der Arbeitnehmer muss demnach den Ausfall des Arbeitstages nicht an einem anderen Arbeitstag nachholen.

Neben dem Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Erholungsurlaub hat auch der Minijobber einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass das Arbeitsverhältnis vier Wochen am Stück bestanden hat. Ist der Arbeitnehmer unverschuldet erkrankt und deshalb arbeitsunfähig, hat er wie jeder „normale“ Arbeitnehmer ebenfalls einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung für bis zu sechs Wochen. Die Lohnfortzahlung gilt für die Tage, an denen der Arbeitnehmer ohne Arbeitsunfähigkeit hätte normalerweise arbeiten müssen.

Disclaimer

Diese Veröffentlichung hat den Stand 27. November 2017. Die darin enthaltenen Informationen sind allgemeiner Natur und ohne vorherige Beratung im Einzelfall nicht als Entscheidungsgrundlage geeignet. Sie ersetzen insbesondere keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Für die Vollständigkeit und Richtigkeit der in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen wird keine Haftung übernommen.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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