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Urlaubsfreuden oder Horrortrip?

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Die Urlaubszeit steht vor der Tür und wie schon Kurt Tucholsky sagte: „Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erleben". Genau so ist es und nicht immer erlebt man seinen Traumurlaub, sondern gelegentlich auch sein blaues Wunder. Damit das nicht auch auf Sie zukommt, sollten Sie sich schon rechtzeitig genau über Ihren Urlaubsort und das Hotel informieren. Wer sich allein auf die vermeintlich schöne Beschreibung im Katalog verlässt, ist nicht selten selber verlassen. Häufig sind die Angaben dort geschönt. Ein Beispiel: Sie freuen sich auf Ihren Urlaub in einem lebhaften aufstrebenden Ort. Ihr Hotel ist direkt am Meer, in der Nähe befindet sich ein naturbelassener Strand und Ihre zweckmäßig und freundlich eingerichteten Zimmer sind sogar zur Meerseite gerichtet. Hört sich doch prima an oder? Nun ja, schauen wir mal genauer hin: Der Ort ist lebhaft und aufstrebend, also eine Touri-Hochburg in unterversorgter Umgebung mit vielen Baustellen. Dass das Hotel direkt am Meer liegt bedeutet, dass es in unmittelbarer Umgebung statt Sand nur Fels und Geröll gibt. Der naturbelassene Strand in der Nähe ist nur mit dem Auto zu erreichen und außerdem dürfen Sie sich über Müll und Glasscherben oder Abwassergestank nicht wundern. In Ihren Zimmern, deren Komfort an eine Jugendherberge erinnert, müssen Sie mit 6-beinigen Mitbewohnern rechnen und das Meer lässt sich allenfalls erahnen. Zur Meerseite gelegen sind sie zwar, nur ohne Fenster... Wenn es Sie trifft, haben Sie in vielen Fällen einen Anspruch auf Reisepreisminderung oder Schadensersatz. Manche enttäuschte Urlauber übertreiben es allerdings mit ihrem Begehren auf Minderung. So stellt es beispielsweise nach Auffassung des AG Hamburg keinen Reisemangel dar, wenn Gäste in Badekleidung zum Essen erscheinen, Körpergeruch ausströmen und rülpsen. Ebenso wenig ist es zu bemängeln, wenn ständig die Klobrille herunterfällt. Ein Kläger behauptete, er sei gezwungen gewesen, im Sitzen zu urinieren. Dies hätte seine Urlaubsfreuden erheblich geschmälert. Das Amtsgericht Hannover konnte dem nicht folgen und wies die Klage ab. Auch schlechtes Wetter muss hingenommen werden. Das bekam ein Urlauber vom Amtsgericht Stuttgart schriftlich. Er hatte gegen den Reiseveranstalter geklagt, weil ihm das Wetter am Roten Meer zu kalt und zu verregnet war. Die Richter dagegen: Für schlechtes Wetter gibt es keinen Ersatz... Das sind natürlich Ausnahmefälle. Ansprüche können sich in vielen Konstellationen ergeben. Schlechtes Essen, schlechter Service, falsche Zimmer oder falsches Hotel, um nur einige Beispiele zu nennen. Ganz wichtig ist aber, dass Sie bereits während des Urlaubs umgehend vor Ort der Reiseleitung den Mangel melden und sich dies quittieren lassen, weil Sie sonst Ihre Ansprüche verlieren. Gleiches gilt nach Rückkehr. Sie haben nur einen Monat nach Beendigung der Reise Zeit, Ihre Ansprüche beim Reiseveranstalter geltend zu machen. Danach gibt's nichts mehr. Suchen Sie deshalb unbedingt frühzeitig anwaltlichen Rat, wenn der Urlaub ganz oder teilweise ein Höllentrip war. Allerdings hoffen wir, dass es soweit nicht kommt und wünschen Ihnen eine schöne Ferienzeit.


Rechtstipp vom 19.12.2009

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