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V+4 KG versendet Mahnbescheide – Müssen Anleger zahlen? – Anlegeranwalt gegen Anleger?

Rechtstipp vom 26.06.2018
Rechtstipp vom 26.06.2018

Berlin, 26.06.2018

Mit Zustelldatum vom 23.06.2018 flatterte einem von RÖHLKE Rechtsanwälte vertretenen Anleger ein Mahnbescheid des Amtsgerichtes Hamburg-Altona ins Haus. Antragssteller ist der Liquidator der Venture Plus GmbH & Co Fonds 4 KG (V+4), vertreten durch deren Prozessbevollmächtigte, eine angebliche „Anlegerschutzkanzlei“ aus Bad Salzungen. Pikant, denn diese Kanzlei berät auch die angeblich im Interesse der Anleger gegründete „Interessengemeinschaft – IG V+ Fonds 1-4“ aus der William-Zipperer-Str. 72 in 04177 Leipzig. Diese IG teilte ihren Mitgliedern denn auch umgehend mit, besagter Rechtsanwalt berate die IG nur im Zusammenhang mit den Fonds V+ I-III, für Fonds IV habe sich ein anderer Berater gefunden. Ob da die nötige Trennschärfe gewahrt bleibt, bezweifelt der Berliner Rechtsanwalt Christian–H. Röhlke. Er meint:

„Es ist schon merkwürdig, wenn der Prozessbevollmächtigte des V+4-Fonds auf einer Homepage im Internet sich als Anlegerschutzanwalt darstellt, auf welcher ausgerechnet auch die Prozessvertreter der Gründungsgesellschafter der V+Fonds 1-3 sich als angebliche Vertreter von Anlegerinteressen darstellen. Da darf sich niemand wundern, dass hier Fragen laut werden. Viel wichtiger für die Anleger ist aber: Wie soll auf die Mahnbescheide reagiert werden? Unserer Meinung nach ist die Forderung nach wie vor nicht substantiiert genug, um den Mahnbescheid zu akzeptieren. Weder eine Auseinandersetzungsberechnung noch ein zu erstellender Ausgleichungsplan wird von der V+4 vorgelegt. Die pauschale Behauptung, es läge ein Passivsaldo in Höhe der gesamten offenen Einlagesumme vor, genügt nicht. Diese Behauptung erscheint insbesondere vor dem Hintergrund fragwürdig, dass zugleich ein Vergleichsangebot zu einer reduzierten Einzahlung unterbreitet wird. Wir werden unseren Mandanten daher zum Widerspruch raten.“

Seiner Meinung nach seien, wie bei den anderen V+-Fonds auch, stets Schadenersatzansprüche gegen Vertriebe und Gründungsgesellschafter zu prüfen. Zudem ist bei den Fonds V+ I-III auch die derzeitige rechtliche Lage der Anleger vollkommen unklar. Nach wie vor gibt es keinerlei Informationen seitens der Fondsgeschäftsführung über die aktuelle Treuhänderin, der einzigen direkten Vertragspartnerin der Anleger.

Röhlke kann daher jedem betroffenen Anleger raten, sich umfassend anwaltlich beraten zu lassen, bevor dem Zahlungsverlangen des Liquidators nachgekommen wird.


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