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V+ (Venture Plus) – Fonds 1-3: Liquidation beschlossen – Gründer zu Schadenersatz verurteilt

Rechtstipp vom 10.12.2018
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Rechtstipp vom 10.12.2018
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Berlin, 07.12.2018

Medienberichten zufolge haben am 07.12.2018 die Treugeber-Kommanditisten der Fonds Venture Plus Fonds 1-3 die Liquidation der Gesellschaften beschlossen. Die Gesellschaften, in die viele Anleger über Jahre hinweg teils hohe Summen eingezahlt haben, werden also abgewickelt. Das kann zu erheblichen Nachforderungen der Liquidatoren führen, wie vergleichbare Vorgänge zuletzt gezeigt haben. Ein Hoffnungsschimmer für die gebeutelten Anleger: Die Berliner Rechtsanwaltskanzlei RÖHLKE Rechtsanwälte hat vor kurzem ein Urteil für einen Anleger des V+2-Fonds erstritten, nach welchem dieser von dem Gründungskommanditisten Werner S. Ersatz seines verlorenen Geldes und, im Zusammenhang mit der Liquidation besonders wichtig, Freistellung von allen Forderungen des Fonds verlangen kann. Rechtsanwalt Christian-H. Röhlke erläutert:

„Bei der Liquidation einer Personengesellschaft wie der V+2-Fonds-KG haben die Liquidatoren, meist die bisherigen Geschäftsführer, die Forderungen der Gesellschaft einzuziehen, die Schulden zu begleichen und die Geschäfte abzuwickeln. Nach einigen aktuellen Urteilen des Bundesgerichtshofes (BGH) bedeutet dies auch, dass der Liquidator die noch offenen Ratenzahlungen auf die Einlage fordern kann. Dies kann viele V+-Anleger betreffen, die Ratensparpläne abgeschlossen haben. In dem von uns erstrittenen Urteil des LG Landshut vom 07.11.2018 heißt dagegen, dass der Gründungsgesellschafter Werner S. den Anleger von solchen Forderungen freistellen muss. Hintergrund war eine dem S. zuzurechnende Falschberatung des eingesetzten Vermittlers, der über eine Pacta Invest GmbH auch noch die Lebensversicherung des Kunden für die hochriskante V+-Anlage kündigte“, teilt Röhlke mit.

Die Beweisaufnahme in dem Verfahren hatte ein eklatantes Fehlverhalten des Beraters ergeben, der weder den Emissionsprospekt rechtzeitig übergeben noch auf die Risiken hingewiesen hatte. Stattdessen wurden die Risiken der Beteiligung konsequent verharmlost und bestehende Alterssicherungsverträge aufgelöst. Dies alles stellte nach Ansicht des LG Landshut ein Beratungsverschulden dar, welches dem Gründungsgesellschafter Werner S. zurechenbar ist. S. ist aufgrund der Insolvenz der Treuhandgesellschaft des Fonds und des Vermittlers nunmehr der einzig verbliebene Haftungspartner und wird sich seiner Verantwortung noch in einigen Verfahren stellen müssen.

Die Anleger der Fonds dagegen werden zunächst einmal die Übersendung der Protokolle der Gesellschafterversammlungen vom 07.12.2018 abwarten müssen, um sich rechtlich positionieren zu können. Es ist zu erwarten, dass die Fonds jetzt Nachforderungen auf die möglicherweise von vielen Anlegern der gefloppten Fonds seit längerem nicht mehr gezahlten Einlagen erheben werden. Hier sollten die Anleger in jedem Falle kompetenten rechtlichen Rat suchen.

„Wir haben schon seit langem auf die Risiken der V+-Fonds hingewiesen und sehen jetzt unsere Befürchtungen bestätigt. Es wird zunehmend schwieriger, für die Anleger geeignete rechtliche Mittel zu ergreifen, um die eingelegten Gelder überhaupt zurückbekommen zu können. Aktuell muss der Fokus auf der Verhinderung einer Schadensvertiefung durch weitere Zahlungspflichten liegen, „meint Röhlke.


Rechtstipp aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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