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Verhaftet, was tun? Ein Leitfaden!

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Verhaftet, was tun?

Eine Verhaftung ist immer eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Für die wenigsten Menschen ist eine Verhaftung durch die Polizei Alltag, die Situation ist unbekannt und man weiß nicht, wie man sich am besten Verhalten soll. Dabei ist es eigentlich ganz einfach, die folgenden Schritte geben einen Leitfaden, wie man sich am besten verhält, um am Ende bestmöglich aus der brenzligen Situation herauszukommen. Denn Ziel sollte es immer sein, das Gefängnis so schnell wie möglich wieder zu verlassen.

1. Schweigen Sie

Man kann diesen Punkt gar nicht genug betonen, Sie haben ein Schweigerecht, machen Sie davon Gebrauch. Unzählige Verhandlungen führen nur zu Schuldsprüchen, weil sich die Angeklagten innerhalb der Festnahme zu den Tatvorwürfen geäußert haben. In solch einer prekären Situation ist man emotional aufgeladen, denkt mit den richtigen Worten kann man die Polizei sowohl von seiner Unschuld als auch davon überzeugen, einen doch noch Frei zu lassen. 

Aber: Das darf die Polizei gar nicht. Nach Ihrer Verhaftung entscheidet ein Richter innerhalb von 48 Std. bei der sogenannten Haftvorführung darüber, ob sie in Haft bleiben oder nicht.

Das bedeutet, egal was Sie der Polizei erzählen, deswegen werden Sie nicht aus dem Gefängnis entlassen!

2. Verteidiger informieren

Von größter Wichtigkeit ist, einen Verteidiger so früh wie möglich zu kontaktieren. Warum? Der Verteidiger kann sie schon bei der Haftvorführung unterstützen und möglicherweise erwirken, dass Sie nicht in Haft bleiben. Dafür muss er den Richter überzeugen, dass keine Haftgründe gegen Sie vorliegen. Außerdem kann er Akteneinsicht beantragen und so eine individuell auf Sie zugeschnittene und dadurch erfolgreiche Verteidigung aufbauen. 

3. Ruhe bewahren

Sie können in der Sekunde der Verhaftung nicht viel daran ändern, die erste wirkliche Eingriffsmöglichkeit ist erst die Haftvorführung. Das bedeutet, bleiben Sie ruhig, seien Sie freundlich. Warum? Ihr Verhalten spielt für die Entscheidung der Richter eine Rolle. Je ruhiger, gelassener und freundlicher Sie sind, desto eher sind diese gewillt, Sie möglicherweise doch noch vor der Haft zu verschonen. 

4. Das Verhalten im Gefängnis

Im Gefängnis gilt das gleiche, je ruhiger und gelassener Sie mit der Situation umgehen, desto eher ist eine frühzeitige Entlassung möglich. Ihr Verteidiger kann die Haft nach 3 Wochen überprüfen lassen. Dies ist auch mehrmals möglich. 

Sollten sie zu einer längeren Haftstrafe verurteilt worden sein, steigt Ihre Chance einer vorzeitigen Entlassung dadurch immens. Ihr Verteidiger kann beantragen, Sie zur Hälfte oder drei Viertel der Strafe vorzeitig zu entlassen, dazu müssen Sie sich aber zwingend unauffällig verhalten haben im Gefängnis. Wer durch Gewalt, Drogen und Provokation auffällt, vermindert seine Chancen auf eine vorzeitige Entlassung immens. 

Sind Sie oder einer ihrer Freunde, ein Familienmitglied oder guter Bekannter verhaftet worden und benötigen dringend einen kompetenten und zuverlässigen Verteidiger und Ansprechpartner, der Sie bundesweit rund um die Uhr unterstützt und mit Ihnen gemeinsam eine individuelle auf Sie zugeschnittene Verteidigungslinie aufbaut, dann melden Sie sich bei uns. Es steht Ihnen auch ein 24 Stunden Notfallkontakt zur Verfügung.


Rechtstipp vom 15.08.2018
aus der Themenwelt Untersuchungshaft und Haftbefehl und dem Rechtsgebiet Strafrecht

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