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Verhalten bei Krankheit / Arbeitsunfähigkeit

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Immer wieder erreichen uns Anfragen sowohl von Arbeitgebern als auch von Arbeitnehmern, wie sich Arbeitnehmer richtig bei Arbeitsunfähigkeit (im Folgenden kurz: AU) verhalten. Der folgende Rechtstipp soll hierüber Aufschluss geben, was – angefangen von der Abmeldung beim Arbeitgeber bis zum genesungsfördernden Verhalten – Arbeitnehmer alles beachten sollten.

Abmeldung von der Arbeit

Am Beginn jeder Arbeitsunfähigkeit besteht die Pflicht zur unverzüglichen Abmeldung beim Arbeitgeber, dass Sie nicht zur Arbeit erscheinen. Sie rufen also – möglichst noch vor Arbeitsbeginn – beim Arbeitgeber an und melden sich arbeitsunfähig. Sie können sich auch per E-Mail oder auf anderen Kommunikationswegen beim Arbeitgeber krank melden. Wichtig: es reicht nicht aus, sich beim Arbeitskollegen oder am Empfang abzumelden, sondern Sie müssen sich bei der Personalabteilung oder beim Vorgesetzten abmelden.

Melden Sie sich so frühzeitig wie nur irgend möglich ab. Ansonsten riskieren Sie, dass der Arbeitgeber Sie für diese arbeitsvertragliche Pflichtverletzung abmahnt.

Vorlage der ärztlichen AU-Bescheinigung

Das Entgeltfortzahlungsgesetz regelt, dass eine ärztliche AU-Bescheinigung vom Arbeitnehmer vorgelegt werden muss, wenn die AU länger als DREI KALENDERTAGE andauert. Die AU-Bescheinigung muss dem Arbeitgeber spätestens an dem darauffolgenden ARBEITSTAG vorgelegt werden. Bitte beachten Sie die Unterscheidung Kalendertag und Arbeitstag. Diese müssen nicht deckungsgleich sein.                      

Ein Beispiel: Angenommen, Sie arbeiten in einer 5-Tage-Woche und das Wochenende ist arbeitsfrei. Wenn Sie an einem Freitag erkranken und über das Wochenende hinaus auch krank sind, sind die verpflichtet, spätestens am Montag dem Arbeitgeber eine ärztliche AU-Bescheinigung vorzulegen.

Achtung: Der Arbeitgeber kann die Vorlage der ärztlichen AU-Bescheinigung auch schon früher verlangen.

Arbeitnehmer, die über den Zeitpunkt hinaus, der in der AU-Bescheinigung angegeben ist, krank sind, müssen erneut einen Arzt aufsuchen und die AU verlängern. Sie müssen sich auch rechtzeitig weiterhin krankmelden und die neue ärztliche AU-Bescheinigung vorlegen.

Auch hier gilt es, dass Sie Ihren Nachweispflichten rechtzeitig und ordnungsgemäß nachkommen müssen, da Sie ansonsten eine Abmahnung riskieren.

Darf ich mich während der Erkrankung außerhalb meiner Wohnung aufhalten?

Häufig ist die Auffassung anzutreffen, dass sich ein Arbeitnehmer während einer Erkrankung per se nicht draußen aufhalten dürfe. Dem ist nicht so. Nicht jede Form der AU macht den Arbeitnehmer bettlägerig. 

Kein genesungswidriges Verhalten

Arbeitnehmer dürfen sich aber nicht genesungswidrig verhalten. Sie haben alles zu unterlassen, was die Genesung verhindert oder verzögert. Was das im Einzelnen ist, ist mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. 

Der Gang bzw. die Fahrt zum Arzt wird regelmäßig möglich sein, ebenso wie der Gang in die Apotheke oder die notwendige Besorgung von Lebensmitteln. Ein Arbeitnehmer, der offiziell wegen eines Bandscheibenvorfalls erkrankt ist, aber von Arbeitskollegen beim Umgraben des Gartens und beim Tragen schwerer Säcke mit Blumenerde gesehen wird, wird sich nicht nur genesungswidrig verhalten, sondern erweckt eher den Verdacht, dass eine Erkrankung nur vorgetäuscht ist.

Diesem droht nicht nur eine fristlose Kündigung, sondern auch eventuell ein Strafverfahren, wenn er die Krankheit nur vorgetäuscht, in dieser Zeit aber vom Arbeitgeber oder von der Krankenkasse Geld bekommen hat.

Einladung zum BEM – muss ich dahin?

Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, mit dem Arbeitnehmer ein betriebliches Eingliederungsmanagement (kurz: BEM) durchzuführen, wenn sie länger als sechs Wochen im Jahr ununterbrochen oder wiederholt erkrankt sind. Das BEM soll dazu dienen, herauszufinden, wie Krankheitszeiten nach Möglichkeit vermieden oder verkürzt werden. Das BEM ist für den Arbeitnehmer freiwillig, er kann es also ablehnen. Arbeitnehmer sollten aber wissen, dass das BEM auch den Auftakt dafür bilden kann, das Arbeitsverhältnis krankheitsbedingt zu beenden. Dazu mehr in einem weiteren Rechtstipp.

Haben Sie Fragen? Rufen Sie gerne Rechtsanwalt Peer Kalmbach für eine unverbindliche kostenlose Ersteinschätzung an.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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