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Verhaltenstipps für Opfer einer Straftat

Rechtstipp vom 05.04.2016
Aktualisiert am 14.02.2018
Rechtstipp vom 05.04.2016
Aktualisiert am 14.02.2018

Dieser Artikel gibt einen Überblick über Ihre Möglichkeiten als Opfer einer Straftat.

1. Vorstellung beim Arzt

Sollten Sie durch die Straftat verletzt worden sein, begeben Sie sich sofort zu einem Arzt. Erzählen Sie diesem, was passiert ist und lassen Sie Ihre Verletzungen ärztlich bescheinigen und fotografieren. Dies ist für die Beweissicherung von immenser Bedeutung.

2. Strafanzeige

Erstatten Sie umgehend Strafanzeige bei der Polizei. Sie können sich dabei an jede Polizeidienststelle in Ihrer Nähe wenden und die Strafanzeige mündlich zu Protokoll aber auch schriftlich mittels eines Briefes erstatten. Sollten Sie die Strafanzeige schriftlich erstatten, beschreiben Sie so genau wie möglich was Ihnen wann, wo, durch wen passiert ist. Sollte es Zeugen für die Tat geben, benennen Sie diese, soweit Ihnen das möglich ist.

Aufgrund der Strafanzeige beginnt die Polizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungstätigkeit. Bedenken Sie, dass eine Strafanzeige nicht mehr zurückgenommen werden kann.

3. Strafantrag

Von der Strafanzeige ist der sogenannte Strafantrag zu unterscheiden. Bei Delikten im Bereich der unteren Kriminalität wie z. B. Beleidigung, wird dem Opfer das Recht eingeräumt, über die Einleitung bzw. den Fortgang eines Ermittlungsverfahrens mitzuentscheiden. Ein Strafantrag stellt die ausdrückliche Erklärung des Opfers dar, dass eine Strafverfolgung gewünscht wird. Beachten Sie, dass der Strafantrag innerhalb von drei Monaten ab Kenntnis der Tat gestellt werden muss. Nach Ablauf dieser Frist kann ein Strafantrag nicht mehr gestellt werden. Liegt kein Strafantrag vor, kann die Staatsanwaltschaft dennoch die Straftat verfolgen, wenn ein besonderes öffentliches Interesse an der Tat vorliegt.

4. Ermittlungsverfahren

Im Ermittlungsverfahren wird die Polizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft dann den Sachverhalt, die Grundlage der Strafbarkeit ist, ermitteln. Es werden Beweise gesammelt und Zeugen oder andere Tatbeteiligte vernommen. Dem Beschuldigten wird angeboten, Angaben zu dem Tatvorwurf zu machen.

Nach Abschluss der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft drei Möglichkeiten: Sie kann das Verfahren einstellen, den Erlass eines Strafbefehls beantragen oder Anklage erheben.

5. Strafverfahren

Mit Anklageerhebung geht das Ermittlungsverfahren in das Strafverfahren über. Das Gericht entscheidet dann über die Eröffnung des Hauptverfahrens. Dann wird der Termin zur Hauptverhandlung anberaumt. In dieser werden Sie als Zeuge gehört. Sie haben aber auch die Möglichkeit, sich als Nebenkläger dem Strafverfahren anzuschließen und/oder als Adhäsionskläger Schmerzensgeldansprüche geltend zu machen.

Gerne berate und vertrete ich Sie bundesweit.

Kristin Raddi

Fachanwältin für Strafrecht

Schumacher & Partner PartG mbB


Rechtstipps aus den Rechtsgebieten Opferhilfe, Strafrecht

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