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Verkaufen über eBay Kleinanzeigen: Was müssen Händler beachten?

Rechtstipp vom 22.07.2017
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Rechtstipp vom 22.07.2017
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„eBay Kleinanzeigen“ ist eines der meistbesuchten Kleinanzeigenportale in Deutschland. Viele Online-Händler nutzen mittlerweile eBay Kleinanzeigen, um ihre Produkte gezielt in der lokalen Umgebung anzubieten. Im Unterscheid zu dem „normalen“ eBay-Portal kann man bei eBay Kleinanzeigen jedoch nur einen kurzen Angebotstext mit knappen Darstellungsmöglichkeiten veröffentlichen. Vor diesem Hintergrund stellt sich für gewerbliche Händler oftmals die Frage, ob die umfangreichen Fernabsatzvorschriften auch bei eBay Kleinanzeigen gelten.

Impressum

Sobald ein Unternehmer seine Artikel im Internet zum Kauf anbietet, muss er nach dem Telemediengesetz ein vollständiges Impressum veröffentlichen. In dem Impressum müssen die in § 5 TMG im Einzelnen aufgeführten Angaben wie beispielsweise die Kontaktdaten mit ladungsfähiger Anschrift enthalten sein. Dementsprechend muss auch in der Anzeige eines gewerblichen Anbieters bei eBay Kleinanzeigen ein Impressum veröffentlicht werden.

Widerrufsbelehrung

Ob in der eBay-Kleinanzeige die Widerrufsbelehrung aufgeführt werden muss, hängt jeweils vom genauen Inhalt des Inserates ab. Wenn in dem Anzeigentext nur eine unverbindliche Beschreibung des Artikels erfolgt und das eigentliche Geschäft erst über eine spätere Anfrage des Kunden beginnt, greifen die Fernabsatzvorschriften noch nicht ein. 

Sobald in dem Anzeigentext jedoch die wesentlichen Angaben wie Kaufpreis, Zahlungsmodalitäten, Versandbedingungen etc. enthalten sind, muss der gewerbliche Händler die Belehrungen nach dem Fernabsatzrecht beachten. Dieses hat zur Folge, dass der gewerbliche Verkäufer dann direkt in der Anzeige über das dem Verbraucher zustehende Widerrufsrecht belehren muss. 

Da für die Aufnahme des Impressums und die umfangreichen Belehrungen über das Widerrufsrecht in dem Anzeigentext meistens kein ausreichender Platz zur Verfügung steht, greifen die erleichterten Informationspflichten nach Artikel 246a § 3 EGBGB ein: Danach muss der Verkäufer nur über seine Identität und das grundsätzliche Bestehen eines Widerrufsrechts hinweisen, die weiteren Angaben können in geeigneter Weise zum Beispiel über eine Verlinkung zugänglich gemacht werden.

Rechtsanwalt Sebastian Trost

Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz

Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht


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