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Verkehrsunfall mit einem Leasingfahrzeug – Wie verhalte ich mich richtig?

  • 2 Minuten Lesezeit
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Wenn es zu einem Unfall mit einem Leasingwagen kommt, herrscht beim Leasingnehmer oft Unklarheit, wie, und aus wessen Tasche der Schaden reguliert werden muss. Die „Dreiecksbeziehung“ Unfallgegner – Leasingnehmer – Leasinggeber, sowie die Unterschiedlichkeit und Unübersichtlichkeit von Leasingverträgen erschweren es, die eigenen Rechte wahrzunehmen. Im folgenden Artikel erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen.

 

Was tun, wenn Sie mit einem Leasingwagen in einen Unfall geraten?

Zunächst gelten dieselben Faustregeln wie für jeden Verkehrsunfall: Bewahren Sie Ruhe, sichern Sie die Unfallstelle, leisten Sie ggf. Verletzten Erste Hilfe. Lassen Sie sich mit dem Unfallgegner auf keinerlei Schulddiskussionen ein. Nutzen Sie stattdessen Ihr Mobilgerät, Kamera, und alle weiteren Ihnen augenblicklich zur Verfügung stehenden Mittel, um den Unfallhergang und die entstandenen Schäden zu dokumentieren. Je mehr Material vorhanden ist, umso leichter ist es, im Nachgang die Schuldfrage zu klären, von der alles weitere abhängt. Verständigen Sie die Polizei. Sodann kontaktieren Sie Ihren Leasinggeber. Da er Eigentümer ist, sind Sie verpflichtet, ihn über am Fahrzeug entstandene Schäden unverzüglich in Kenntnis zu setzen.

Die Polizei rekonstruiert den Unfallhergang und stellt die Unfallschuld fest.

 

Verkehrsunfall - Wer trägt die Schuld, wer trägt die Kosten?

1. Eigenes Verschulden des Unfall

Gemäß § 823 BGB haben Sie, wenn Sie einen Unfall verschulden, gegenüber dem Fahrzeugeigentümer, also Ihrem Leasinggeber eine Schadensersatzpflicht. In aller Regel verpflichtet der Leasingvertrag zum Abschluss einer Vollkaskoversicherung, die diese Kosten übernimmt. Die Höhe des Schadens muss von einem Gutachter festgestellt werden, dessen Kosten Sie ebenfalls zu decken haben.

Wenn Sie den Unfall verschuldet haben, sind Sie überdies dazu verpflichtet, dem Unfallgegner seinen Schaden zu ersetzen. Diesen Schaden können Sie selbst regulieren oder aber Ihre eigene Haftpflichtversicherung hiermit beauftragen.

 

2. Verkehrsunfall durch Fremdverschulden

Hat der Unfallgegner den Schaden verursacht, haftet seine Kfz-Haftpflicht-Versicherung.

Möglicherweise verpflichtet Sie Ihr Leasingvertrag dazu, die Wiederinstandsetzung des Wagens auf Ihre Kosten abzuwickeln. Sie können die Erstattung der Reparaturkosten anschließend beim Unfallverursacher (bzw. dessen Versicherung) einfordern.

Darüber hinaus können Sie unter Umständen eigene Schadensansprüche wie Abschleppkosten, Schmerzensgeld, etc. beim Unfallverursacher geltend machen,

außerdem haben Sie das Recht auf einen Ausgleich für die Wertminderung des Unfallwagens.

Hierbei sollten Sie unbedingt einen Anwalt zu Rate ziehen. Die Kosten hierfür muss ebenfalls der Unfallgegner tragen.

Die noch offenen Leasingraten müssen Sie selbst tragen. Auch bei einem längeren Leistungsausfall durch die Reparaturzeit müssen die Leasingraten vertragsgemäß weiter gezahlt werden. Die Kosten für einen Ersatzwagen können Sie aber wiederum beim Unfallschuldigen einfordern.

 

3. Beidseitiges Verschulden des Verkehrsunfalls

Tragen beide Unfallparteien eine Mitschuld am Unfall, werden die Kosten zwischen Ihrer Vollkaskoversicherung und der Kfz-Versicherung des Unfallgegners geteilt.

 

Schadenshöhe: Reparaturschaden oder Totalschaden

Die Frage, ob es sich um einen Reparaturschaden oder einen Totalschaden handelt, ergibt sich zumeist aus den Konditionen des Leasingvertrages, wo ein Schaden ab einer gewissen Höhe (im Verhältnis zum Wagenwert) als Totalschaden definiert wird.

In der Regel gilt dabei, dass ein Reparaturschaden, wie oben beschrieben, vom Leasingnehmer in Ordnung gebracht werden muss, während der Ersatz des Wagens im Falle eines Totalschadens Sache des Leasinggebers ist.

Handelt es sich um einen Totalschaden, erstattet die zuständige Versicherung den Wiederbeschaffungswert des Leasingfahrzeugs. Eventuell darüberhinausgehende offene Leasingraten müssen Sie als Leasingnehmer selbst tragen.

 

Absicherung vor einem Unfall

Neben Ihrer gesetzlichen Haftpflichtversicherung sieht ein Leasingvertrag den Abschluss einer Vollkaskoversicherung vor. Für den Fall, dass bei einem Totalschaden über die von der Vollkasko abgedeckten Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs noch offene Kosten bestehen, empfiehlt sich zur der zusätzliche Abschluss einer sogenannten GAP-Deckung, die die offene Differenz übernimmt.

 

Regulierung nach einem Unfall

Vor allem, wenn Sie unverschuldet Opfer eines Verkehrsunfalls geworden sind, sollten Sie unverzüglich einen Anwalt hinzuziehen. Hier geht es nämlich vor allem darum, dass alle Schadenspositionen in voller Höhe für Sie geltend gemacht werden und durchgesetzt werden. Die Kosten hierfür sind durch den Unfallgegner bzw. durch dessen Haftpflichtversicherung zu tragen.

Dr. Brauer Rechtsanwälte bieten Ihnen hierzu eine unverbindliche und kostenlose Prüfung Ihres Falles an. Wir bieten Ihnen umfassende Beratung in Bezug auf Ihre durch die Beweislage und die Konditionen ihres Leasingvertrages möglichen Vorgehensweisen.

Darüber hinaus regeln wir für Sie die Rückerstattung Ihrer Kosten durch den Unfallgegner, bzw. Ihre Versicherung.

Melden Sie sich bei uns!


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Verkehrsrecht

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