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Verkehrsunfall: Tipps für vollen Schadensersatz

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Jedes Jahr ereignen sich in Deutschland mehrere Millionen Unfälle; das Regulierungsaufkommen in der Haftpflicht- und Kaskoversicherung beläuft sich jährlich auf rund 20 Milliarden Euro. Aufgrund des ruinösen Wettbewerbs der Versicherungen untereinander - man denke nur an den jährlichen Preiskampf der Versicherungen zum Kündigungsstichtag 30.11. - reichen seit einigen Jahren die Beiträge nicht mehr zur Deckung des Schadenaufkommens aus. Deshalb versuchen die Versicherungen im Rahmen des so genannten „Schadenmanagements" mit (fast) allen Mitteln, die berechtigten Ansprüche der Geschädigten zu kürzen. Der nachfolgende Artikel gibt Tipps, damit Sie im Falle eines Unfalles auch 100 Prozent Ihres Schadens bekommen.

1. Werkstatt Ihres Vertrauens

Sie haben das Recht, Ihr Fahrzeug in der Werkstatt Ihres Vertrauens reparieren zu lassen. Lassen Sie Ihr Fahrzeug deshalb auch gleich dorthin abschleppen.

2. Schadenfeststellung

Bis auf Bagatellschäden (Grenze ca. 750,00 EUR) haben Sie das Recht, einen Sachverständigen Ihrer Wahl zur Beweissicherung und Feststellung von Schadenumfang und Schadenhöhe zu beauftragen. Beachten Sie: Im Gegensatz zu Kostenvoranschlägen enthält das Gutachten auch Angaben zu einer etwaigen Wertminderung Ihres Fahrzeugs, zur Reparaturdauer oder zur Wiederbeschaffungsdauer im Falle eines Totalschadens. Wichtig: Die Kosten des Gutachtens zahlt die gegnerische Haftpflichtversicherung.

3. Abrechnung auf Gutachtenbasis

Sie haben das Recht, sich die Reparaturkosten auf der Basis des Gutachtens ohne Reparatur erstatten zu lassen (fiktive Abrechnung). Im Totalschadensfall erhalten Sie den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes Ihres Fahrzeugs. Vorsicht: bei diesen Abrechnungen kommt es fast immer zu unberechtigten Kürzungen, die Sie nur mit Hilfe eines versierten Verkehrsrechtsanwaltes vermeiden können!

4. Verkehrsrechtsanwalt

Wenn Ihnen die gegnerische Haftpflichtversicherung die gesamte Abwicklung des Schadens anbietet, lehnen Sie dieses Angebot ab! Solche Angebote dienen nur der Kürzung des Schadens! Oder glauben Sie, dass ein Gutachter der Gegenseite Ihren Schaden objektiv ermittelt?! Wegen des aggressiven Schadensmanagements der Haftpflichtversicherer benötigen Sie die Hilfe eines Anwaltes, der sich schwerpunktmäßig mit Verkehrsrecht befasst; er wird Kürzungen abwehren und dafür sorgen, dass Sie Ihren vollen Schadensersatz erhalten. Wichtig: Die Anwaltskosten sind Teil des Gesamtschadens und deshalb von der gegnerischen Versicherung zu zahlen.

5. Rechtsschutzversicherung

Sie deckt das Kostenrisiko (Gerichtskosten und Kosten des Anwaltes) ab, wenn Streit über den Grund der Haftung oder die Höhe des Schadens (z. B. des Schmerzengeldes) besteht. Beachten Sie: Ursache eines jeden Unfalles ist die Verletzung von Verkehrsvorschriften. Die Rechtsschutzversicherung übernimmt auch die Verteidigungskosten in den immer parallel laufenden Bußgeld- oder Strafverfahren.


Rechtstipp vom 27.01.2010

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