Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

Verlängerung eines befristeten Arbeitsvertrags

(17)

Befristete Arbeitsverträge werden arbeitgeberseitig gern genutzt, um Kündigungsschutz zu vermeiden.

Gesetzlich ist eine höchstens dreimalige Verlängerung eines sachgrundlos befristeten Arbeitsvertrags bis zur Gesamtdauer von zwei Jahren zulässig. Sie ist noch während der Laufzeit des zu verlängernden Vertrags zu vereinbaren. Es darf nur die Vertragsdauer geändert werden, nicht aber die übrigen Arbeitsbedingungen.

Deshalb ist es für die Befristung unzulässig, wenn die Arbeitsvertragsparteien die Wochenarbeitszeit bspw. von 20 auf 30 Stunden erhöhen. In Fortführung dieser Rechtsprechung ist auch die Verringerung der Arbeitszeit befristungsschädlich. Auch eine Anhebung der Bezüge ist nach der Rechtsprechung befristungsschädlich, wenn sie bei Gelegenheit der Verlängerung erfolgte.

Die Unwirksamkeit einer Befristung und damit nicht eingetretene Beendigung des Arbeitsverhältnisses muss vom Arbeitnehmer binnen drei Wochen nach dem vereinbarten Ende des befristeten Vertrages beim Arbeitsgericht geltend gemacht werden.

Die Befristung eines Arbeitsvertrags bedarf zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform. Vereinbaren die Arbeitsvertragsparteien nur mündlich die Befristung eines Arbeitsvertrags, so ist die Befristungsabrede unwirksam und ein unbefristeter Arbeitsvertrag geschlossen. Übersendet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer vor Vertragsbeginn einen von ihm bereits unterzeichneten schriftlichen Arbeitsvertrag mit der Bitte um Rücksendung eines unterzeichneten Exemplars, kann der Arbeitnehmer das Vertragsangebot des Arbeitgebers grundsätzlich nur durch die Unterzeichnung der Urkunde annehmen.

Deshalb gilt in diesem Fall die Schriftform als gewahrt. Anders hingegen, wenn der Arbeitsvertrag samt Befristungsabrede erst nach Aufnahme der Arbeit unterzeichnet wird: In diesem Falle ist eine Befristung unwirksam, auch wenn im Einstellungsgespräch über sie gesprochen wurde.

Gerade Kettenbefristungen sind bei Verlust des Arbeitsplatzes auf die tatsächliche Betriebszugehörigkeit zu prüfen, im schlimmsten Fall führen sie zu einer falschen Ablehnung von Arbeitslosengeldansprüchen.

Rechtsanwalt Christian Lentföhr

Fachanwalt für Arbeitsrecht,

www.wsp.de


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Newsletter

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.