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Verlängerung von Kurzaufenthalten in Kolumbien für Schengen-Bürger kostenlos

Rechtstipp vom 22.02.2016
Rechtstipp vom 22.02.2016

Die Gebühr zur Verlängerung von Kurzaufenthalten in Kolumbien entfällt künftig für Bürger der sogenannten Schengen-Staaten (z. B. Deutschland, Italien, Schweiz, Norwegen, nicht aber das Vereinigte Königreich und Irland).

Dies geht aus Artikel 5 der Resolution 175 von 2016 der kolumbianischen Ausländerbehörde Migración Colombia hervor.

Hintergrund ist das Abkommen zwischen der Europäischen Union und Kolumbien über die Abschaffung der Visumspflicht bei kurzen Aufenthalten.

Auf der Grundlage dieses Abkommens, das kolumbianischen Staatsangehörigen Kurzaufenthalte im Schengen-Raum ohne Visum ermöglicht, hat die kolumbianische Regierung im Gegenzug die Gebühr zur Verlängerung von Kurzaufenthalten in Kolumbien für Schengen-Bürger abgeschafft.

Andere Ausländer müssen bei Migración Colombia weiterhin COP $87.000 bezahlen, um die ersten 90 Tage Aufenthalt in Kolumbien (permiso de ingreso y permanencia) um weitere 90 Tage zu verlängern (Artikel 1 Nr. 2 der Resolution 94 von 2016 von Migración Colombia), sogenannter PTP (permiso temporal de permanencia).

In jedem Fall beträgt die maximale Aufenthaltsdauer pro Kalenderjahr in Kolumbien ohne Visum (sowohl für Schengen-Bürger als auch für alle anderen ausländischen Staatsangehörigen) 180 Tage pro Kalenderjahr.

Nach Artikel 1 der Resolution 175 von 2016 bekommen alle Schengen-Bürger, die kein Visum für Kolumbien haben, bei ihrer Einreise einen PIP 5 (permiso de ingreso y permanencia 5) in den Reisepass gestempelt, der 90 Tage gültig ist.

Früher wurden je nach Art des beabsichtigten Aufenthalts unterschiedliche Stempel erteilt.

Nach Artikel 6 der Resolution 175 von 2016 deckt der PIP 5 Stempel ein breites Spektrum an Tätigkeiten ab: z. B. Tourismus, Teilnahme an akademischen oder sportlichen Veranstaltungen, Unternehmenspraktika, journalistische Recherchen oder Geschäftsreisen („gestiones comerciales o empresariales“).

Bei häufigen geschäftlichen Ein- und Ausreisen ist jedoch Vorsicht walten zu lassen, da häufige Geschäftsreisen ohne Visum das Misstrauen der Beamten von Migración Colombia am internationalen Flughafen El Dorado in Bogotá erwecken.

Es kann der Eindruck entstehen, dass der Geschäftsreisende in Kolumbien ein Arbeitsverhältnis hat oder selbstständige Einkünfte erzielt. In beiden Fällen wäre er in Kolumbien visumspflichtig und der PIP 5 Stempel würde nicht ausreichen.

In Einzelfällen, d. h. bei häufigen Ein- und Ausreisen zu Geschäftszwecken, hat Migración Colombia Bußgelder verhängt und dem Reisenden mit dem Verbot der Wiedereinreise gedroht.

Bei häufigen Geschäftsreisen nach Kolumbien lohnt es sich, ein Geschäftsvisum (visa de negocios) zu beantragen, mit dem Problemen bei der Ein- und Ausreise vorgebeugt wird.f

Bei der zeitlich begrenzten Abordnung von ausländischen Ingenieuren nach Kolumbien ist in der Regel die Beantragung eines Visums für technische Unterstützung zu raten (so genanntes TP-13 Visum).


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Ausländerrecht & Asylrecht | Kolumbianisches Recht

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