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Verletztes Pferd während der Weidesaison

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Jeder Pferdebesitzer kennt das Problem: Die Suche nach der perfekten Weide mit einer schönen Herde.

Hat man sie gefunden, verletzt sich das Pferd in der Herde.

Und jedes Mal der Streit darüber, wer für die Verletzung haftet.

§ 833 BGB

Grundsätzlich regelt die Haftung der § 833 BGB.

Darin ist geregelt, dass der Halter des Tieres für die Schäden, die sein Tier verursacht, haftet, und zwar verschuldensunabhängig.

Grund hierfür ist, dass der Tierhalter für die „typische Gefahr“, die von seinem Tier ausgeht, verantwortlich sein soll.

Es wird also davon ausgegangen, dass der Halter generell für alle Schäden seines Tieres aufkommen muss, unabhängig davon wie der Schaden entstanden ist und ob der Halter hierauf Einfluss hatte.

Der Schaden

Steht fest, welches Pferd für die Verletzungen verantwortlich ist, dann haftete der Halter dieses Tieres für den entstandenen Schaden.

Dieser umfasst in der Regel die Tierarztkosten, den möglicherweise nötigen Klinikaufenthalt und die Fahrtkosten. 

Aber auch möglichen weiteren Schaden, der entstanden ist, insbesondere auch, wenn sich der Wert des Pferdes durch die Verletzung verringert hat.

§ 830 Absatz 1 Satz 2 BGB und die Kostenquotelung

Aber auch wenn nicht feststeht, welches Pferd für die Verletzung verantwortlich ist, sondern vielmehr mehrere Pferde für die Schadensverursachung in Betracht kommen, so hilft § 830 Absatz 1 Satz 2 BGB.

Nach diesem kann der Halter des verletzten Pferdes alle in Betracht kommenden Pferdehalter in Anspruch nehmen, wenn er nicht nur einen Halter in Anspruch nehmen will.

Dann kommt es zu einer Kostenquotelung unter den in Betracht kommenden Pferdehalter, sodass sich an dem Schaden jeder nach seinem Anteil beteiligen muss.

Mitverschulden des eigenen Tieres

Allerdings wird der entstandene Schadenersatzanspruch in den meisten Fällen nach § 254 BGB (analog) um das Mitverschulden des eigenen Tieres zu kürzen sein, wenn dieses in irgendeiner Form beteiligt war.

Entscheidend ist der Einzelfall – auch für die Rechtsprechung

Allerdings ist der Mitverschuldensanteil nicht pauschal zu bestimmen.

Vielmehr hat immer eine Betrachtung des Einzelfalls zu erfolgen.

Das OLG Düsseldorf hatte in einem Fall entschieden, dass das Mitverschulden mit 50 % berücksichtigt werden müsse, da das verletzte Pferd zuvor durch sein Verhalten dazu geführt hatte, dass das schadensverursachende Pferd mit seinem Verhalten reagierte und die Verletzung verursachte.

Das OLG Köln hatte in einem anderen Fall sogar die Haftung des Halters des schadensverursachenden Pferdes komplett hinter dem Mitverschulden zurücktreten lassen, da sie das Einstellen in eine Offenstallhaltung als ein „Handeln auf eigene Gefahr“ angesehen hatten.

In einem anderen Fall, in welchem das geschädigte Pferd von allen Parteien als friedvoll beschrieben wurde, sprach das OLG Köln hingegen den vollen Schadensatzanspruch aus, ohne dass ein Mitverschulden abgezogen wurde.

Bei Fragen sprechen Sie mich gerne an.

Rechtsanwältin Seethaler


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