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Verschenken Sie sich doch mal steuerfrei eine Immobilie!

Rechtstipp vom 11.12.2018
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Rechtstipp vom 11.12.2018
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Wertvolle Geschenke unterliegen auch zwischen Eheleuten regelmäßig der Schenkungssteuer, was den meisten gar nicht bewusst sein dürfte, zumindest wenn das Geschenk den Freibetrag unter Ehegatten von 500.000 € übersteigt.

Anders sieht es aus, wenn das selbstgenutzte sog. „Familienwohnheim“, also das Einfamilienhaus oder die Eigentumswohnung unter Ehepartnern verschenkt wird. Das Familienwohnheim kann unabhängig von seinem Wert schenkungssteuerfrei auf den Ehepartner übertragen werden. Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass Sie zum Zeitpunkt der Schenkung in dem betreffenden Domizil wohnen. Die Steuerfreiheit, die in diesem Fall vorgesehen ist, entfällt auch nicht, wenn die Familie später umzieht oder das Objekt später verkauft wird.

Dieses Procedere können Sie während der Ehe mehrmals wiederholen, d. h. jedes neue Familienheim kann wieder steuerfrei an den Ehepartner übertragen werden, wenn die o. g. Voraussetzungen erfüllt werden. Und die Übertragung ist nicht nur schenkungssteuerfrei, sondern auch von der Grunderwerbssteuer befreit.

Sollten Sie als Schenker Bedenken haben, dass der Beschenkte sich nicht so verhält, wie Sie sich das vorgestellt haben, so ist es zur Absicherung des Schenkers möglich, den Schenkungsvertrag mit Rückübertragungsklauseln für den Fall einer Scheidung oder eines Vorversterbens des/der Beschenkte zu versehen. Mit derartigen Widerrufsklauseln kann die Schenkung dann rückabgewickelt werden.

Sollten Sie nach der vollzogenen Schenkung feststellen, dass die Immobilie doch besser im Eigentum des Schenkenden verbleiben sollte, kann die Immobilie zurückgekauft werden. Aus der zunächst vollzogenen Immobilienschenkung wird nun ein – ebenfalls steuerfreies – Geldgeschenk. Für den Rückkauf müssen dem Finanzamt aber plausible Gründe vorgetragen werden.

Großer Vorteil gegenüber der Übertragung der Immobilie im Erbfall ist, dass die Schenkung den Freibetrag in keiner Weise berührt, während beim Erbfall der Wert der Immobilie auf den Freibetrag angerechnet wird, es sei denn, der erbende Ehepartner bleibt noch 10 Jahre in der Immobilie wohnen.

Wie Sie sehen, gibt es einen einfachen Weg, große Vermögenswerte zumindest in Form der Villa oder des Penthauses schenkungssteuerfrei auf den Ehepartner/in zu übertragen. Dies ist eine willkommene Gelegenheit, einen ggf. gewünschten Vermögensausgleich unter den Ehepartnern vorzunehmen.

So leicht das Ganze hier klingt, so bedarf es doch einer rechtssicheren Gestaltung der Schenkung. Hier unterstütze ich Sie gern bei der Planung und Umsetzung Ihrer Vermögensstrukturierung.

Ich freue mich auf einen Anruf für eine Terminvereinbarung.  


Rechtstipp aus der Themenwelt Erbe und Nachlass regeln und den Rechtsgebieten Erbrecht, Steuerrecht

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Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Hans-Peter Rien (Kanzlei für Erbrecht u. Mediation, zertifizierter Testamentsvollstrecker (AGT))