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Versicherung bei Berufsunfähigkeit - der Vertragsabschluss und seine Tücken

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Immer wieder gibt es Fälle, in denen Versicherte bei ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung Leistungen beantragen und die Versicherungen dann den Vertrag beenden und die Leistungen verweigern, weil der Versicherte angeblich vor Vertragsabschluss Vorerkrankungen verschwiegen habe. Ob allerdings die Beendigung des Vertrages durch Anfechtung, Kündigung oder Rücktritt im Einzelfall tatsächlich rechtmäßig ist, sollte genauestens überprüft werden.

Sie haben zum Beispiel vor einigen Jahren zum Schutz vor finanziellen Ausfällen für den Fall, dass Sie Ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können, bei einem Versicherungsvertreter voller Zuversicht eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Im Gespräch ging es unter anderem um Vorerkrankungen und ärztliche Behandlungen. Bei der Frage, ob dazu auch Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen gehören, sagte der Vertreter damals, solche Erkrankungen wären nicht gemeint. Gemeint wären vielmehr Erkrankungen von einigem Gewicht. Das Gespräch dauerte damals auch gar nicht lang, in einer freundlichen Atmosphäre kam es schnell zum Abschluss des Vertrages.

Jetzt - einige Jahre später - können Sie z. B. aufgrund eines Unfalles oder eines Burn-Outs Ihrem bisher ausgeübten Beruf nicht mehr nachgehen. Nach Antragstellung wird jedoch der Vertrag durch den Versicherer angefochten, gekündigt oder der Rücktritt wird ausgeübt.  Die Begründung ist immer wieder die gleiche: Sie hätten vertragserhebliche  Vorerkrankungen oder ärztliche Behandlungen vorsätzlich oder gar arglistig verschwiegen. Im obigen Fall zum Beispiel wird Ihnen vorgeworfen, „chronische" Atemwegserkrankungen und Magenbeschwerden arglistig verschwiegen zu haben. Die dringend notwendigen Leistungen werden vollständig abgelehnt!

In diesen Fällen gilt es, sich möglichst frühzeitig anwaltlich beraten zu lassen, um Fehler zu vermeiden, eventuelle Fristen einzuhalten und um Ihr gutes Recht durchsetzen zu lassen. Die Rechtsprechung in diesem Bereich ist umfänglich und differenziert. Es besteht wenig Aussicht, dass Sie sich als Laie in diesem Dschungel zurechtfinden.

TIPP:

Wenn Sie noch vor dem Vertragsabschluss mit einem Berufsunfähigkeitsversicherer stehen, sollten Sie Folgendes beherzigen:

Geben Sie Vorerkrankungen und Konsultationen bei Heilbehandlern möglichst umfänglich an. Nehmen Sie sich vor Beantwortung der Gesundheitsfragen die Zeit, Vorerkrankungen und Behandlungen möglichst gründlich zu recherchieren und aufzuschreiben. Sinnvoll ist es immer, Nachfrage bei Ihrem Hausarzt oder anderen Heilbehandlern zu stellen. Auch wenn diese möglicherweise für schriftliche Aufstellungen eine Gebühr haben möchten: Es lohnt sich, hier vor Vertragsschluss gründlich zu sein, um später nicht die oben geschilderte vollständige Ablehnung durch die Versicherer zu erleben!

Sollten Sie dennoch in diese Situation kommen, können wir gerne zunächst in einem Telefonat abklären, ob Ihr Fall Aussicht auf Erfolg hat. Ich bin bundesweit tätig und setze Ihr Recht gegen den Versicherer durch!

 Rechtsanwältin Ritwa J. Stahl


Rechtstipp vom 22.11.2013
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Versicherungsrecht

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