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Versorgungsausgleich – Kürzung Ihrer Rente und deren Besonderheiten

aus den Rechtsgebieten Familienrecht, Zivilprozessrecht

Wie viel bleibt mir von meiner Rente / Pension nach der Scheidung?

Im Rahmen der Ehescheidung wird beim Familiengericht der sogenannte Versorgungsausgleich durchgeführt, d. h. es werden die Renten- und Versorgungsanwartschaften, die während der Ehe erwirtschaftet wurden, zwischen den Eheleuten ausgeglichen.

Dies gilt für

  • die gesetzlichen Rentenanwartschaften,
  • die im öffentlichen Dienst erworbenen Pensionsansprüche,
  • private Rentenversicherungen,
  • Betriebsrenten.

Solange beide Ehegatte noch arbeiten, „spüren“ sie nichts vom Versorgungsausgleich. Es werden nur Anwartschaften bei den Rententrägern umgebucht.

Sobald aber einer der Beteiligten Rente erhält ist Folgendes zu beachten:

  • Der eigene Rentenanspruch ist durch den Versorgungsausgleich meist geschmälert worden.
  • Bezieht also ein Ehegatte Rente, so muss er eine Kürzung durch den Versorgungsausgleich hinnehmen, auch wenn der andere Ehegatte noch nicht in Rente ist.
  • Etwas anderes gilt nur, wenn noch Unterhalt an den noch nicht verrenteten Ehegatten gezahlt wird. Wurden die Eheleute jedoch in jüngeren Jahren geschieden, so wird im Normalfall kein Unterhalt mehr gezahlt und eine Kürzung wird ohne Ausgleich vorgenommen.

Bei Durchführung des Versorgungsausgleichs sind folgende Punkte noch zu beachten:

  • Erreicht der Ausgleichsbetrag eines einzelnen Anrechts eine bestimmte Höhe nicht, so fällt dieses Anrecht unter die sog. Bagatellgrenze und wird nicht ausgeglichen. Hat ein Ehegatte mehrere Anrechte, die unter dieser Grenze liegen, kann es zu einem Ungleichgewicht führen. Ein Ausgleich kann dann durch das Gericht durchgeführt werden. Auch bei Anrechten beider Ehegatten bei demselben Versorgungsträger werden die Anrechte, die unter die Bagatellregelung fallen, ausgeglichen, da man hier nicht von einem besonderen Mehraufwand ausgeht.
  • Stirbt ein Ehegatte nach der Ehescheidung und Durchführung des Versorgungsausgleichs, hat jedoch entweder noch keine Anwartschaften aus dem Versorgungsausgleich erhalten oder kürzer als 36 Monate, so kann die Kürzung seines eigenen Anrechts durch den Ausgleichspflichtigen geltend gemacht werden.

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            Rechtsanwältin Beatrix Ruetten (Kanzlei Ruetten Woithe GbR) Rechtsanwältin Beatrix Ruetten

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