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Versteuerung des Einkommens von Neu-Residenten und entsandten Arbeitnehmern in Spanien (Ley Beckham)

Rechtstipp vom 12.07.2016
(2)
Rechtstipp vom 12.07.2016
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Das spanische Steuerrecht sieht erhebliche steuerliche Vergünstigungen für Arbeitnehmer vor, welche auf Grund einer Beschäftigung nach Spanien ziehen. Konkret ist die Einkommenssteuer bei Erfüllung der rechtlichen Voraussetzungen gemäß Artikel 93 Einkommenssteuergesetz („Ley 35/2006, de 28 de noviembre, del Impuesto sobre la Renta de Personas Físicas") für einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren seit dem Umzug nach Spanien auf 24 % beschränkt, was eine ganz erhebliche steuerliche Erleichterung im Vergleich zu den Höchststeuersätzen bedeutet, welche sich je nach Region ca. zwischen 45 % und 50 % bewegen. Nach Spanien gezogene Arbeitnehmer werden dabei zwar rechtlich als Residenten angesehen, allerdings sind auf sie spezielle Steuervorschriften anwendbar, und sie werden einkommenssteuerrechtlich, abgesehen von einigen Besonderheiten, wie Nicht-Residenten behandelt.

Die steuerliche Erleichterung für nach Spanien entsandte Arbeitnehmer wurde im Jahr 2005 eingeführt, und allgemein als „Ley Beckham“ bezeichnet, da der englische Fußballprofi David Beckham bei seinem Wechsel von Manchester United zu Real Madrid davon profitierte. Kurioserweise sind seit der letzten Gesetzesänderung zum 01.01.2015 Profisportler ausdrücklich von dem Anwendungsbereich des Gesetzes ausgeschlossen, so dass die Bezeichnung „Ley Beckham“ streng genommen nicht mehr korrekt ist.

Die Voraussetzungen für die Anwendung der steuerlichen Vergünstigung sind relativ gering:

Zunächst darf der Arbeitnehmer nicht während der letzten zehn Jahre vor seinem Umzug Resident in Spanien gewesen sein.

Des Weiteren muss das Arbeitsverhältnis der Grund für den Umzug nach Spanien sein.

Hinsichtlich des persönlichen Anwendungsbereichs ist wichtig zu erwähnen, dass das Gesetz nicht nur auf entsandte Arbeitnehmer anwendbar ist, sondern auch auf Arbeitnehmer welche auf Grund eines Arbeitsverhältnisses mit einem neuen Arbeitnehmer nach Spanien ziehen. Auch leitende Angestellte oder, unter bestimmten Umständen, Geschäftsführer können hiervon profitieren.

Schließlich ist eine wichtige formelle Voraussetzung, dass der Arbeitnehmer die Versteuerung seines Einkommens wie ein Nicht-Resident explizit beantragt, und danach auch seine entsprechenden (jährlichen) Erklärungen abgibt. Die Anwendung der Steuervergünstigung geschieht nicht automatisch, sondern nur auf entsprechenden Antrag hin, welcher genehmigungsbedürftig ist.

Falls der Antrag genehmigt wird, muss der Arbeitnehmer sein in Spanien erzieltes Arbeitseinkommen lediglich mit 24 % versteuern, was derzeit dem Steuersatz für Nicht-Resident entspricht, ist allerdings bei der Absetzung von Ausgaben stark limitiert, und muss sein sämtliches weltweit erzieltes Arbeitseinkommen in Spanien versteuern. Dennoch lohnt sich die Anwendung dieser Ausnahme in der ganz großen Anzahl der Fälle.

Zu erwähnen ist schließlich noch, dass die Vergünstigung nur auf die ersten € 600.000 Brutto Jahreseinkommen anwendbar ist, und dass das darüber hinausgehende Jahresbruttoeinkommen mit einem Satz von 45 % zu versteuern ist.

Selbstverständlich sind noch weitere Feinheiten und Besonderheiten zu beachten, und es empfiehlt sich in jedem Einzelfall zu prüfen, ob diese besondere Figur gewählt werden kann und sollte.


aus den Rechtsgebieten Arbeitsrecht, Steuerrecht | Spanisches Recht

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