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Vorladung als Beschuldigter – was tun?

Rechtstipp vom 30.01.2019
Rechtstipp vom 30.01.2019

Dass ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet worden ist, erfahren Sie häufig erst, wenn die Polizei Ihnen eine Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung übersendet.

Ruhe bewahren!

Die Vorladung erweckt oft den Anschein, dass Sie der Aufforderung der Polizei Folge leisten müssen. Zudem möchten Sie von der Polizei erfahren, was konkret vorgeworfen wird. Auch besteht ein Interesse, alles richtig zu stellen.

Bitte beachten Sie, dass keine Pflicht zum Erscheinen auf der Polizeiwache – weder als Beschuldigter noch als Zeuge – besteht.

Machen Sie keine Aussage!

Grundsätzlich sollten Sie keine Aussage bei der Polizei machen.

Bei einer Vernehmung sitzen Ihnen in der Regel erfahrene Beamte gegenüber, die in Vernehmungstechniken geschult sind. Außerdem stellt eine polizeiliche Vernehmung immer eine psychische Ausnahmesituation dar, die allzu oft zu unbedachten Antworten führt.

Stattdessen sollten Sie schnellstmöglich einen Rechtsanwalt aufsuchen. Oft besteht die Befürchtung, dass ein Schweigen negativ ausgelegt wird. Strafprozessual darf das Schweigen aber gerade nicht negativ gewertet werden.

Lassen Sie eine Akteneinsicht beantragen!

Bevor Sie sich zu den gegen Sie erhobenen Vorwürfen äußern, sollte zuvor Akteneinsicht durch einen Rechtsanwalt erfolgen. Nur so erlangen Sie den gleichen Kenntnistand wie die Ermittlungsbehörde.

Erst nach erfolgter Akteneinsicht lässt sich das weitere Vorgehen erörtern, insbesondere ob und welche Einlassung erfolgen soll. Oft kann bereits in diesem Verfahrensstadium eine Einstellung des Verfahrens erreicht werden.


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