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Vorsicht beim Verkauf von Lebensversicherungen

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Bei Angeboten zum Ankauf von Lebensversicherungen ist große Vorsicht geboten. Die Angebote versprechen in den meisten Fällen eine höhere Zahlung als der Versicherungsnehmer bei seiner Versicherung über den Rückkaufswert etc. erhalten würde. Die Gegenleistung, d.h. die Bezahlung für die Abtretung der Lebensversicherung wird nicht sofort und komplett geleistet und genau darin besteht in den meisten Fällen ein hohes Risiko, ein Ausfallrisiko. Die Zahlung des Kaufpreises soll oft monatlich über viele Jahre hinweg gestreckt geleistet werden. Eine Sicherheit für die zukünftigen Zahlungen besteht aber in den meisten Fällen nicht.

Zum Hintergrund sei erwähnt, dass es seriöse Firmen gab und gibt, die Lebensversicherungen aufkaufen. Dieser Markt ist aber seit 3 bis 4 Jahren sehr rückläufig, da der Markt für den Weiterverkauf zum großen Teil weggefallen ist. Das heißt, dass von den seriösen Firmen nicht jede Lebensversicherung aufgekauft wird. Eine seriöse Firma bezahlt sofort den Kaufbetrag für die Abtretung der Lebensversicherung. Nebenbei sei erwähnt, dass diese Firmen die Versicherungen zumeist nicht kündigen sondern diese mit weiteren Prämienzahlungen bedienen. Als die einzig weitere Alternative hierzu bleibt dem Versicherungsnehmer die Lebensversicherung z.B. vor Vertragsende an seine Lebensversicherung zurück zu geben mittels Kündigung. Der Erhalt des sogenannten Rückkaufswertes ist aber oft nicht unbedingt ein „gutes Geschäft" für den Versicherungsnehmer.

Vor diesem Hintergrund entsteht mehr und mehr die „Marktlücke" für Firmen, die zwar mehr anbieten aber diese Angebote mit den versprochenen Zahlungen sind zumeist ungesichert, d.h. mit dem Risiko des Zahlungsausfalls belastet. Da die Firmen die Lebensversicherungen zumeist kündigen und den Rückkaufswert sofort erhalten wird mit diesem Kapital gearbeitet und der Versicherungsnehmer erhält die vertraglich langgestreckten monatlichen Zahlungen.

Bei gewissen Firmen ist die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen) bereits eingeschritten, insbesondere wenn gegen das KWG (Kreditwesengesetz) verstoßen wurde.

Dennoch sind Firmen meist online unterwegs, die Lebensversicherungen aufkaufen aber mit den beschriebenen Risiken. Die Verträge sind oftmals für den Kunden nicht oder nicht sofort verständlich, die Nichtaufklärung zu den Risiken und das falsche Vertrauen aufgrund von Geldmangel, der fehlenden Bereitschaft weiter in die Versicherung einzubezahlen etc. verstellt die Sicht bei Vertragsschluss nicht selten.

Sie sollten solchen Angeboten sehr kritisch gegenüberstehen. Dies insbesondere wenn der Kaufpreis oder ein großer Teil des Kaufpreises erst in der Zukunft an Sie zu zahlen ist. Weiter wenn die versprochenen Zahlungen deutlich über den Rückkaufwert liegen. Einhergehend mit diesen Versprechen Aussagen mit hohen Renditen von zum Beispiel 7 % und mehr im Jahr.

Bevor Sie ein solches Geschäft abschließen, kann der Unterzeichner Ihnen nur raten vorab eingehend die Verträge und die Risiken zu prüfen. Ein versierter Rechtsanwalt kann Ihnen hierzu ein Angebot machen. Haben Sie einen solchen Vertrag bereits unterschrieben und sie haben bisher prozentual geringe Zahlungen gemäß den Verträgen erhalten kann der Unterzeichner Ihnen auch nur raten sich umgehend an einen versierten Rechtsanwalt zu wenden. Die Gefahr, dass Ihr Geld verloren ist, d.h. in der Zukunft keine Zahlungen mehr fließen werden ist nicht zu unterschätzen. Und die Vertragserfüllung mit bisherigen monatlichen (geringen) Zahlungen stellt keine Sicherheit dar. Ruhe und Gelassenheit bzgl. einer solchen Angelegenheit können Sie nur erlangen, wenn entweder keine Risiken bestehen sollten oder Sie alle Zahlungen erhalten haben.

Rechtsanwalt Peter Ganz-Kolb

Rechtsanwalt Ganz-Kolb ist Inhaber der Kanzlei Ganz-Kolb

Friedrichsring 10

68161 Mannheim

Telefon: 0621 1 666 822

Fax: 0621 1 666 823

E-Mail: info@ganz-kolb.de

Schwerpunktmäßig ist RA Ganz-Kolb auf dem Gebiet des Kapitalanlagerechts, des Bankrechts und des Anlegerschutzes tätig. Durch fachspezifische Tätigkeiten bei Banken etc. (z. B. 7-jährige Tätigkeit bei einem großen Discount-Broker/Wertpapierbank) sind umfangreiche und praktische Produktkenntnisse und Kenntnisse der Vertriebsabläufe vorhanden. Dies beginnt bei einer atypisch stillen Beteiligung und endet bei den Zertifikaten.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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