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Vorwurf Vergewaltigung, sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung

Rechtstipp vom 31.10.2013
Aktualisiert am 10.01.2019
(26)
Rechtstipp vom 31.10.2013
Aktualisiert am 10.01.2019
(26)

Warum ist es im Sexualstrafrecht so wichtig einen guten Anwalt / Fachanwalt zu haben?

Strafverfahren im Sexualstrafrecht wie z. B. „Vergewaltigung“, „sexueller Missbrauch“, „sexuelle Nötigung“ oder Kinderpornographie gehören zu den anspruchsvollsten Verfahren überhaupt.

Denn das Sexualstrafrecht ist nicht nur aufgrund seiner beweisrechtlichen Probleme (Stichwort: „Aussage gegen Aussage“), sondern vor allem wegen seiner komplexen forensischen Nebengebiete (wie z. B. Rechtsmedizin, Aussagepsychologie, Informationstechnik) ein sehr komplexes Themengebiet, das allerdings in der Juristenausbildung gänzlich ausgespart wird. Weder als Richter, Staatsanwalt oder Anwalt hat man im Studium das Themengebiet des Sexualstrafrechts behandelt, sodass ohne entsprechende Eigeninitiative Weiterbildung kaum Kenntnisse hierzu vorherrschen.

Bei dem Vorwurf eines Sexualdeliktes versteht sich von selbst, dass es um die Existenz geht: Die Strafen im Sexualstrafrecht sind nicht nur seitens des Gesetzgebers bereits an der Spitze der Messlatte, auch die Gerichte sind schnell geneigt den Strafrahmen im oberen Bereich auszufüllen. Gleichzeitig hat der Mandant mit den vielen einhergehenden außergerichtlichen Konsequenzen, wie Eintragung im Führungszeugnis, Verlust des Arbeitsplatzes, Abwendung von Freunden und Familie bis hin zu einer negativen Berichterstattung in Presse und Medien zu kämpfen.

Aber neben fachlicher Qualifikation und langjähriger Prozesserfahrung im Umgang mit Sexualstrafverfahren muss der Anwalt der für seinen Mandanten erfolgreich sein will, vor allem gegen die extrem hohe Emotionalisierung seitens Justiz und Presse steuern, damit sich dies nicht negativ auf die Prozessführung und das Ergebnis auswirkt.

Dies alles mag zunächst zu einem inneren kapitulieren beim Tatvorwurf eines Sexualdeliktes führen, zumal die Zahl an Falschanzeigen und falscher Verdächtigungen im hohen zweistelligen Bereich sind. Gleiches gilt für Übertreibungen, nicht ganz der Wahrheit entsprechenden Schilderungen und bloßen Racheakten. Dem Strafverteidiger im Sexualstrafrecht steht aber bei entsprechender Kenntnis ein breites Instrumentarium an strafprozessualen Mitteln zur Verfügung, den Mandanten vor strafrechtlichen Rechtseingriffen abzuschirmen und vor Fehlurteilen, insbesondere bei falschen Bezichtigungen oder übertriebenen Sachverhaltsschilderungen zu schützen.

Dabei ist es aber essentiell wichtig, sich so früh wie nur irgend möglich beim Vorwurf einer Sexualstraftat an einen spezialisierten Fachanwalt zu wenden, insbesondere BEVOR EINE AUSSAGE BEI DER POLIZEI gemacht wird.

Denn ob schuldig oder unschuldig, die größte Gefahr lauert tatsächlich bei einer vorschnellen Aussage bei Polizei oder Staatsanwaltschaft, denn was viele nicht wissen, polizeiliche Vernehmungen werden nicht wörtlich, sondern nur inhaltlich also so wie der Vernehmende die Aussage des Beschuldigten verstanden haben will protokolliert. Essentielle Fehler sind hierbei vorprogrammiert: Nicht selten muss man sich dann in einer Gerichtsverhandlung anhören lassen, warum man bei der Polizei das alles ganz anders ausgesagt habe....

Auch wenn gerade bei Sexualstraftaten mit Haft gedroht wird, darf man sich keines Falls zu einer vorschnellen Aussage hinreichen lassen, nur um hierdurch dem Versprechen der Polizei zu genügen, dann nicht verhaftet zu werden. Etwa 95 % aller Haftbefehle werden auf Fluchtgefahr gestützt die sich wiederum aus einem Fluchtanreiz der hohen Straferwartung wegen ergeben soll. Eine solch schematisch formulierter Haftbefehl ist rechtswidrig und wird binnen Kürze von einem erfahrenen Anwalt aufzuheben sein.

Also: unbedingt folgende Regeln beachten:

- KEINE AUSSAGE BEI POLIZEI (auch nicht anderen Personen gegenüber, nicht einmal Freunde und Bekannte, da diese dann als Zeugen in Betracht kommen)

- NICHT EINSCHÜCHTERN LASSEN (auch nicht durch drakonische Maßnahmen wie Durchsuchung, Festnahme oder polizeiliche Vorladung)

- SOFORT SPEZIALISIERTEN ANWALT AUFSUCHEN (wenn möglich mit guten Kenntnissen im Sexualstrafrecht)

Zum Sexualstrafrecht gehört insbesondere:

  • Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen (§ 174 StGB)
  • Sexueller Missbrauch und Ausnutzung einer besonderen Stellung (§ 174 b StGB, § 174 c StGB)
  • (Schwerer) Sexueller Missbrauch von Kindern (§ 176 StGB, § 176 a StGB)
  • Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung (§ 177 StGB)
  • Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen (§ 179 StGB)
  • Förderung sexueller Handlung Minderjähriger (§ 180 StGB)
  • Sexueller Missbrauch von Jugendlichen (§ 182 StGB)
  • Exhibitionistische Handlung (§ 183 StGB)
  • Erregung öffentlichen Ärgernisses (§ 183 a StGB)
  • Verbreitung pornografischer Schriften (§ 184 StGB)
  • Verbreitung gewalt- oder tierpornografischer Schriften (§ 184 a StGB)
  • Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften (§ 184 b StGB)
  • Besitz und Verbreitung jugendpornografischer Schritten (§ 184 c StGB)
  • Ausübung der verbotenen Prostitution (§ 184 e StGB)

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Kanzlei Stevens-Betz-Müller-Zenger GbR

Kernpunkt unserer Erfolgsstrategie – sowohl in der Strafverteidigung, als auch bei den Rechtsmitteln – ist unsere extrem enge Spezialisierung. Nicht nur sind wir ausschließlich auf das Strafrecht spezialisiert, jeder unserer Anwälte konzentriert sich darüber hinaus auf einzelne Teilbereiche des Strafrechts mit zentralen Schlüsselqualifikationen: So arbeiten in unserer Kanzlei neben Fachanwälten für Strafrecht und einem ehemaligen Staatsanwalt vor allem in der Wissenschaft tätige Anwälte (u. a. deutsche Richterakademie), um gerade für die komplexen Spezialgebiete des Strafrechts optimal aufgestellt zu sein.

Dabei hat es sich unsere Kanzlei zur Aufgabe gemacht, sich unter keinen Umständen staatlichem Handeln unterzuordnen, sondern zu kämpfen, wenn nötig mit allen hierfür zur Verfügung stehenden strafprozessualen Mitteln: Denn in keinem anderen Rechtsgebiet hat ein Richter so viele Freiheiten und Ermessensspielräume wie im Strafrecht, hält man sich allein die weit gefassten Rechtsfolgen und Strafrahmen vor Augen, die das Strafverfahren vorsieht: von einer Verfahrens-Einstellung mit oder ohne Geldauflage, bis hin zu Freiheitsstrafen von wenigen Monaten bis zu vielen Jahren – mit oder ohne Bewährung; dass dann bei der Rechtsfindung große Freiräume bestehen, ist unbestritten – Mit unserer Erfahrung und Qualifikation sowie konfrontativen Prozessanwälten nebst ehemaligem Staatsanwalt erzielen wir regelmäßig überdurchschnittliche Ergebnisse.

https://verteidigung-strafrecht.de/erfolge


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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