Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

VW Abgasskandal – Abgasmanipulationen offenbar auch beim neueren Dieselmotor EA 288

(4)

Es ist der nächste Hammer im VW-Abgasskandal: Nach brisanten Recherchen der SWR sind auch die neueren VW-Dieselmotoren des Typs EA 288 mit der Schadstoffklasse Euro 6 von Abgasmanipulationen betroffen. Der Sender beruft sich dabei auf vertrauliche VW-Dokumente, die ihm vorliegen. 

Demnach hat VW in dem Dieselmotor des Typs EA 288 eine Software verwendet, die erkennt, ob sich das Fahrzeug im Prüfzyklus befindet. In den internen VW-Unterlagen werde genau beschrieben, wie diese sog. Zykluserkennung beim Motor des Typs EA 288 funktioniert. 

Demnach erkennt das Fahrzeug, ob es sich auf dem Prüfstand befindet – und nur dann wird ausreichend der zur Abgasreinigung benötigte Harnstoff AdBlue eingespritzt. Im normalen Straßenverkehr wird dann weniger AdBlue verwendet. So werden die Abgaswerte manipuliert.

VW dementiert die Vorwürfe. Fahrzeuge mit dem Dieselmotor EA 288 und der Abgasnorm Euro 6 enthielten keine Zykluserkennung und somit auch keine unzulässige Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung.

Dennoch hört sich das alles sehr bekannt an und erinnert stark an den VW-Abgasskandal, der im Herbst 2015 aufflog. Vor vier Jahren standen Dieselfahrzeuge mit dem Motor EA 189 wegen einer unzulässigen Abschalteinrichtung im Fokus, jetzt rücken Modelle mit dem Nachfolgemotor des Typs EA 288 in den Blickpunkt. 

In Verdacht war dieser Motor auch schon im Herbst 2015 gekommen. VW versicherte jedoch „nach gründlicher Prüfung“, dass weder beim Motor EA 288 mit der Abgasnorm Euro 6 noch beim früheren Modell mit der Euro 5-Norm eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet wurde.

Die Recherchen des SWR besagen allerdings etwas anderes. „Meines Erachtens belegen die Dokumente, dass VW auch bei neueren Dieselfahrzeugen mit dem Motor EA 288 die Abgaswerte manipuliert und die Kunden getäuscht hat. Dementsprechend können Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden“, sagt Rechtsanwalt Dr. Gerrit W. Hartung, der bereits zahlreiche Mandanten im Abgasskandal vertritt.

Der Motor EA 288 wird seit 2012 in zahlreichen Modellen mit 1,6 bzw. 2,0-Litern Hubraum aus dem VW-Konzern verwendet. Betroffen sind daher u. a. so beliebte Modelle wie der Golf, Passat und Tiguan aber auch der T-Roc oder T6. Ebenso wird der Motor auch in diversen Modellen von Audi, Skoda oder Seat verwendet.

Gänzlich neu sind die Vorwürfe zum Motor EA 288 nicht. Mehrere VW-Käufer haben schon auf Schadensersatz geklagt. Ein Verfahren wird derzeit vor dem Landgericht Wuppertal geführt. Hier soll per Beweisbeschluss ein Gutachter feststellen, ob bei diesem Motor eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet wird.

„Vieles deutet darauf hin, dass VW auch beim Motor EA 288 eine unzulässige Abschalteinrichtung verwendet. Daher bestehen gute Aussichten, Schadensersatzansprüche durchzusetzen“, so Rechtsanwalt Dr. Hartung, Kooperationspartner der IG Dieselskandal.

Mehr Informationen: www.pkw-rueckgabe.de 


Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Dr. Hartung Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.