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VW-Abgasskandal: Klage gegen VW erfolgreich

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Das Landgericht Offenburg hat am 21.03.2017 verbraucherfreundlich entschieden.

Die Entscheidung

Der Besitzer eines VW Tiguan Bluemotion 2,01 TDI mit 177 PS darf sein Auto an den VW-Händler zurückgeben und erhält dafür einen neuen VW Tiguan aus der neuen Serienproduktion. Dabei muss der Besitzer keine Nutzungsentschädigung zahlen.

Der Besitzer hat von dem VW-Händler eben dieses Ergebnis gefordert, woraufhin der Händler zunächst ablehnte. Sodann zog der Besitzer vor Gericht. Die Nachlieferung eines VW Tiguan, so behauptete der Händler, sei ihm nicht möglich, da alle typgleichen Autos von dem Abgasskandal betroffen und somit manipuliert seien. 

Das LG Offenburg begründet seine Entscheidung damit, dass der Tiguan mangelhaft ist. Das Fahrzeug entspricht nicht den gesetzlichen und auch nicht den vereinbarten Bestimmungen. Die Manipulation geht sogar so weit, dass ein Entzug der Betriebserlaubnis droht. Der Mangel ist laut dem LG Offenburg dadurch sogar erheblich. 

Einen Nutzungsersatz muss der Besitzer nicht leisten, weil es sich bei dem Kauf eines Autos um einen Verbrauchervertrag handelt und der Geschädigte der Verbraucher ist und deshalb gemäß § 474 I, V BGB keine Nutzungsentschädigung anfällt. Der Händler erhält also keinen Schadensersatz für die Rückabwicklung des Geschäfts.

Auswirkung auf VW-Besitzer

Der VW-Besitzer hat dadurch die Wahl, ob er die Nachlieferung eines neuen Wagens fordert, oder eine Nachbesserung vornehmen lässt. VW hat bereits mehrfach Rückruf-Aktionen gestartet und dadurch versucht, die kostengünstigere Nachbesserung vorzunehmen. Folgt man dem Rückruf nicht, ist fraglich, ob es bei der nächsten TÜV-Kontrolle noch die TÜV-Plakette erhält. Verlangt man aber Nachlieferung, versucht sich der Händler dann oft auf die eben dargestellte Unmöglichkeit der Nachlieferung zu berufen. Das LG Offenburg hat dies aber abgelehnt, weil die aktuelle Baureihe (in diesem Fall der Tiguan II) ohne Manipulation hergestellt wird. 

Die Wahl liegt beim Kläger

Als Betroffener des Betrugs durch die Manipulation von VW sollten Sie nicht zögern, sich einen kompetenten Anwalt zu suchen, und mit dessen Hilfe gegen VW oder den Händler bzw. Verkäufer vorzugehen. Die Erstberatung ist bei uns bundesweit kostenfrei.


Rechtstipp vom 04.04.2017

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            Rechtsanwältin Olga Sysoev (DECKER & BÖSE Rechtsanwälte GbR) Rechtsanwältin Olga Sysoev

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