Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

VW-Abgasskandal: Was wusste Winterkorn?

Rechtstipp vom 26.10.2015
(5)
Rechtstipp vom 26.10.2015
(5)

22.10.2015: die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) beschäftigt sich in einem neuerlichen Beitrag mit der jedenfalls bisher behaupteten „Weißen Weste” des VW-Topmanagements in Bezug auf die manipulativen Eingriffe in die Steuerungen verschiedener Dieselmotoren. Namentlich dem Ende September zurückgetretenen Konzernchef Martin Winterkorn hatte das Präsidium des Aufsichtsrates bescheinigt, „dass Herr Professor Dr. Winterkorn keine Kenntnis hatte von der Manipulation der Abgaswerte”. Winterkorn selber wird mit den Worten zitiert, er sei „bestürzt über das, was in den vergangenen Tagen geschehen ist”. Der vormalige Konzernchef sei darüber hinaus fassungslos über Verfehlungen dieser Tragweite im Konzern.

Bezugnehmend auf einen Artikel des Manager-Magazins müssten nach Darstellung der FAZ nunmehr immer größere Fragezeichen hinter die behauptete Ahnungslosigkeit der Konzernspitze gemacht werden. Das Wirtschaftsblatt berufe sich auf ein Sitzungsprotokoll und führe hier aus, dass sich der Vorstand der Kernmarke VW bereits im Frühjahr 2014 mit der Thematik befasst habe. Das Unternehmen selber hingegen dementiere den Bericht, ein Sprecher wird mit den Worten zitiert: „Eine solche Protokollnotiz existiert nicht”. In relativer zeitlicher Nähe kurz vor der in Rede stehenden Vorstandssitzung waren in Amerika erste Vorwürfe dahingehend laut geworden, dass das Unternehmen vermittelst manipulativer Software das Abgasverhalten seiner Dieselfahrzeuge schöne.

Winterkorn, dem stets ein geradezu obsessives Interesse auch an kleinsten technischen Details nachgesagt wurde, stand neben seiner Funktion als Konzernchef in Personalunion ebenso an der Spitze der Kernmarke VW. Demzufolge war er auch verantwortlich für die Leitung von Vorstandssitzungen im Unternehmen. Dem Bericht der amerikanischen Umweltbehörde EPA zufolge wusste VW spätestens im Mai 2014 von den Vorwürfen - woraufhin in der Größenordnung eine halbe Million Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen wurden. Insoweit muss zwangsläufig infrage stehen, ob der Vorstand, insbesondere auch in Gestalt seines Vorsitzenden Martin Winterkorn, tatsächlich völlig ahnungslos war. Im Nachgang des großangelegten Rückrufs stellten die amerikanischen Behörden im Übrigen alsbald fest, dass die Missstände mitnichten beseitigt worden waren.

„Fassungslos” - das dürften neben dem behauptet ahnungslosen vormaligen Konzernchef Martin Winterkorn allerdings auch zehntausende Anleger in Aktien und Anleihen des Konzernes sein, angesichts der beinahe unglaublichen Kapitalvernichtung der vergangenen Wochen seit Bekanntwerden der Affäre. Auch Käufer und Eigentümer der betroffenen Fahrzeugreihen der unterschiedlichen Konzernsparten stehen vor einem Scherbenhaufen: angesichts der in Rede stehenden Fahrverbote respektive der angekündigten Anfechtungen widerrechtlich erteilter Typengenehmigungen durch die jeweiligen Zulassungsbehörden muss mit massiven Wertverlusten gerechnet werden. Sogar die Unternehmensteile selber stehen vor massiven Wertberichtigungen im Hinblick auf die Restwerte von Finanzierungs- und Leasingrückläufern, wie verschiedene Presseberichte nahelegen.

Die auf Wirtschafts-, Kapitalmarkt- und Bankenrecht spezialisierte Kanzlei ADWUS Rechtsanwälte in Kooperation mit Prof. Dr. jur. habil. Jürgen Rath hat sich über viele Jahre hinweg eine ausgezeichnete Expertise erworben und Tausende unterschiedliche Verfahren auf diesen Fachgebieten sowohl von Kapitalmarkt- als auch Verbraucherseite aus erfolgreich geführt. Wir empfehlen ein weiteres Mal alle betroffenen Geschädigten, möglichst umgehend mit entsprechend erfahrener anwaltlicher Vertretung alle rechtlich möglichen Schritte hinsichtlich Geltendmachung und Durchsetzung bestehender Schadensersatzansprüche zu prüfen und gegebenenfalls zeitnah zu unternehmen. Angesichts der nach wie vor vollkommen unklaren Sachlage in dieser causa dürfte hier eine Vielzahl von Optionen in Rede stehen - im Auftrag bestehender Mandantschaft eruieren wir momentan die weitere Vorgehensweise. Gerne dürfen Sie als Betroffener sich in dieser Hinsicht an uns wenden, Ansprechpartner innerhalb der Kanzlei auch für eine unverbindliche kurze telefonische Klärung des Sachstandes ist Wolfgang Wittmann. Nähere Informationen zum Thema finden sich auch auf der kanzleieigenen Webseite unter www.adwus.de.


Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von ADWUS Rechtsanwälte

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.