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VW-Großkunde: Unternehmen fordert Schadensersatz in Höhe von 11,9 Millionen Euro

Die Ereignisse überschlagen sich in den letzten Wochen. Nachdem vor wenigen Wochen ein führender Volkswagen Manger überraschend in den USA verhaftet wurde und der ehemalige VW-Aufsichtsratschef Piëch jüngst seinen einstigen Weggefährten und damaligen Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn im Zusammenhang mit der Abgasaffäre schwer belastete, wurde nun öffentlich, dass ein Großkunde Volkswagen im achtstelligen Bereich verklagt haben soll.

Es soll sich nach Medienberichten um ein Hamburger Fischunternehmen handeln, das seine Fahrzeugflotte im Jahr 2010 auf Fahrzeuge der Marke VW umgestellt habe. Das Unternehmen, habe sich bewusst für eine umweltfreundliche Dieseltechnologie entschieden und fühle sich nunmehr „arglistig getäuscht“. Das Landgericht Braunschweig hat nun über den Rechtsstreit zu entscheiden.

Positive Urteile für geschädigte Autofahrer

Seit geraumer Zeit gibt es immer mehr Gerichte, die einen Rücktritt oder Schadensersatz für Autofahrer für durchsetzbar halten. In den jüngsten Urteilen der Landgerichte Braunschweig, München II und Krefeld, entschieden die Richter zulasten eines Autohändlers. Nach den überzeugenden Urteilsgründen würde selbst bei einer Nachrüstung durch ein Softwareupdate ein berechtigter Mangelverdacht weiterhin bestehen bleiben.

Erst vor wenigen Wochen bestätigte auch das Landgericht Aachen, dass das Aufspielen eines Softwareupdates etwaige Rücktrittsmöglichkeiten nicht ausschließe. Dies ergebe sich zum einen daraus, dass derzeit noch ungewiss sei, ob das angebotene Softwareupdate nachteilige Folgen haben wird. Zum anderen bestehe Unsicherheit darin, ob der Wiederverkaufswert des betroffenen Fahrzeugs beeinträchtigt ist.

Die Urteile unterstreichen die positive und verbraucherfreundliche Tendenz der „Abgas-Entscheidungen“ deutscher Zivilgerichte. Nachdem das Landgericht Bochum im März 2016 zunächst zugunsten eines VW Händlers entschied und die Nachbesserungsmöglichkeit zum damaligen Zeitpunkt für zumutbar hielt, dürften die neuen Entscheidungen (so auch LG München I, LG Lüneburg, LG Stuttgart, LG Oldenburg [n.r.]) eine klare Grenze für die Nachbesserung gesetzt haben.

Verstoß gegen geltendes EU-Recht

Des Weiteren sehen wir neue Ansatzpunkte für ein Vorgehen gegen den Volkswagenkonzern. Durch die Erklärung, dass alle EU-Normen für die EG-Typenzulassung eingehalten wurden (Übernahmebescheinigung / COC), hat der VW-Konzern nach unserer Ansicht gegen geltendes EU-Recht verstoßen und ist zur Rücknahme des Fahrzeuges verpflichtet.

Landgericht Lüneburg: Sittenwidrige Handlung von VW

Darüber hinaus kommt ein Anspruch aus Deliktsrecht in Betracht. Nach neuester Rechtsprechung des LG Lüneburg (17.01.2017, n. r.) sei eine auf den Testzyklus zugeschnittene Programmierung der Abgasbehandlung eine unzulässige Umgehung der einschlägigen Vorschriften. Durch diese Manipulation habe die Beklagte dem Kläger in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Art und Weise (§ 826 BGB) einen Schaden zugefügt und darüber hinaus den Tatbestand des Betruges verwirklicht.

Kostenlose Erstberatung

Gerne beraten wir Sie einzelfallbezogen, ob Ihnen – unabhängig von der Beteiligung an der „Stichting Car Claim“ – durchsetzbare Ansprüche gegen den Volkswagenkonzern oder gegen Ihren Händler zustehen könnten.

Soweit Sie rechtsschutzversichert sind, werden wir bei Ihrer Versicherung eine entsprechende Deckungsanfrage stellen. Andernfalls teilen wir Ihnen bei Interesse gerne die Höhe des Kostenrisikos mit.

Bitte teilen Sie uns zudem mit, ob Sie sich bereits bei der niederländischen Stiftung (Stichting Car Claim) oder bei vergleichbaren Angeboten angemeldet haben und zusätzlich, ob Sie Ihren Händler und den VW Konzern zum Verzicht auf die Einrede der Verjährung aufgefordert haben.

Kanzleiprofil Baum Reiter & Collegen

Die Kanzlei um den Bundesminister a. D. Gerhart Baum und Prof. Dr. Julius Reiter nimmt eine Spitzenposition bei den bundesweit tätigen Kanzleien im Kapitalanlegerschutz ein. Daneben ist die Kanzlei auf die Geltendmachung der Rechte der Betroffenen von Massenschadensfällen spezialisiert und vertritt im VW-Abgasskandal eine Vielzahl von Aktionären und Autofahrern. Prof. Dr. Julius Reiter tritt regelmäßig als Sachverständiger im Bundestag auf.

Weitere Informationen erhalten Sie hier: https://baum-reiter.de/vw-skandal

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            Rechtsanwalt Prof. Dr. jur. Julius Reiter (baum • reiter & collegen) Rechtsanwalt Prof. Dr. jur. Julius Reiter

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