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VW-Kunden und die drohende Verjährung zum 31.12.2017

Rechtstipp vom 17.12.2017
Aktualisiert am 18.01.2018
(1)
Rechtstipp vom 17.12.2017
Aktualisiert am 18.01.2018
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Besitzer eines VWs oder eines anderen Wagens aus dem VW-Konzern (z. B. Seat, Audi und Škoda) erfahren durch die Presse, dass unter Umständen die Verjährung ihrer Ansprüche zum 31.12.2017 droht. Bis zu diesem Datum will VW auf die Verjährung verzichten. Viele mögen das als misslich empfinden, da noch nicht klar ist, welcher Schaden überhaupt aus dem Kauf des manipulierten Wagens auf sie zukommt. Beispielsweise wissen viele noch nicht, ob die Stadt, in der sie wohnen oder in die sie pendeln, ein Fahrverbot verhängen wird oder nicht. Davon hängt aber die Nutzbarkeit des Wagens ab.

Autobesitzer, die jetzt im Weihnachtsstress sind und in diesem Jahr nicht mehr aktiv werden wollen, verzichten aber nicht endgültig auf alle ihnen zustehenden Ansprüche

  • Wurde der Kauf des Kraftfahrzeugs mit einem Darlehen finanziert, kann, so fernliegend sich dies auch für einen Laien anhören mag, sowohl der Kredit als auch der Kauf mit einem Widerruf des Darlehensvertrags rückgängig gemacht werden. Formfehler in den Darlehensverträgen machen es möglich. Es gibt bereits Urteile. Rechtsanwalt Dr. Schweers hat die Urteile hier: Abgasskandal – Jetzt Autokauf und Kredit ohne Verlust rückgängig machen anschaulich erklärt. Das Datum des 31.12.2017 ist hier nicht maßgeblich.
  • Führt die Nachrüstung zu Mängeln und Problemen, können hieraus eigene Gewährleistungsansprüche mit eigener Verjährungsfrist hervorgehen. Diese betragen in der Regel zwei Jahre ab Übergabe.
  • Geht man bei den Abgasmanipulationen von vorsätzlichem, also „absichtlichem“ Handeln des VW-Konzerns aus, gelten längere Verjährungsfristen. Die dann geltende dreijährige Verjährungsfrist beginnt ab Kenntnis des Autobesitzers von dem Vorsatz des Konzerns und wird zum Schluss des Jahres gerechnet. Unter dem Strich tritt diese Verjährung frühestens zum 31.12.2018 ein, da der Dieselskandal in der Öffentlichkeit erst 2015 bekannt wurde.

Autobesitzer sollten aber wenigstens zu Anfang des Jahres 2018 tätig werden, und zwar aus praktischen Erwägungen. Für das gerichtliche Vorgehen gegen den Konzern muss eine gewisse Zeit eingeplant werden. Ist aber ein Fahrverbot in der Welt und kann der Wagen nicht mehr wie geplant benutzt werden, ist ein Problem entstanden. Unter Umständen muss nämlich ein Zweitwagen beschafft und bezahlt werden. Das alles ist ärgerlich und umso ärgerlicher, je länger der Zustand andauert. Deshalb gilt, dass VW-Kunden vielleicht nicht zwingend bis zum 31.12.2017 eine Klage über das Knie brechen müssen, aber auch nicht warten sollten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Fahrverbote drohen bereits konkret in den Großstädten Düsseldorf, Stuttgart, Berlin, Köln und Hamburg. Auch in Aachen, Bielefeld und Dortmund sind Fahrverbote in der Diskussion.

Nicht nur die VW Bank (genauer: Volkswagen Financial Services) hat übrigens die oben erwähnten Formfehler in ihren Darlehensverträgen. Die Fehler gibt es auch in Kreditverträgen mit der Audi Bank, der Seat Bank und der Škoda Bank. Aber auch die Verträge aller anderen Autobanken, wie der BMW Bank, FCA Bank (Alfa Romeo, Fiat, Jeep, Abarth, Maserati, Jaguar,Land Rover), Ford Bank, Honda Bank, Hyundai Capital Bank, Mercedes-Benz Bank, MKG Bank (Mitsubishi), Opel Bank, RCI Bank(Renault, Dacia, Nissan, Infiniti) und der Toyota Financial Services sind ggf. fehlerhaft. Es lohnt sich also, Verträge jeder Autobank fachlich prüfen zu lassen.

Der Verfasser prüft gerne Ihre Möglichkeiten. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt per E-Mail und Telefon auf. Bevor Kosten entstehen, weist Sie der Verfasser ausdrücklich darauf hin.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Transportrecht & Speditionsrecht, Umweltrecht, Verkehrsrecht

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