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Wann haftet der Jagdpächter für Wildschäden?

Rechtstipp vom 29.08.2016
Rechtstipp vom 29.08.2016

Bei einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk haftet die Jagdgenossenschaft für Wildschäden. Üblicherweise wird diese Haftung auf den jeweiligen Jagdpächter durch den Pachtvertrag übertragen. In diesem Fall hat der Pächter die Wildschäden je nach Vertragsgestaltung ganz oder teilweise zu ersetzen.

Ersetzt werden aber nur Bewuchsschäden (Verbiss, Schäl- und Fegeschäden), Schäden an Früchten (Getreide, Mais, Kartoffeln usw.) sowie Substanzschäden (Aufbrechen von Wiesen, Schäden durch Bau von Wildkaninchen).

Dabei werden nur Schäden, die von Schalenwild, Wildkaninchen und Fasanen verursacht werden, ersetzt.

Die Höhe des Wildschadens richtet sich nach dem Schadenswert durch den Verlust an Erzeugnissen oder der Substanzbeschädigungen.

Geschädigter ist entweder der Eigentümer oder der Nutzungsberechtigte des beschädigten Grundstücks. Dieser muss den Schaden innerhalb einer Frist von einer Woche ab Kenntnis bei der zuständigen Gemeinde anmelden. Dabei müssen landwirtschaftliche Flächen grundsätzlich monatlich kontrolliert werden, während der Bearbeitung des Grundstücks wöchentlich.

Ein Mitverschulden des Geschädigten mindert seinen Ersatzanspruch oder kann ihn ganz zum Erlöschen bringen. Ein solches Mitverschulden liegt vor, wenn der Geschädigte an der Entstehung oder der Höhe mitgewirkt hat.

Ein solches Mitverschulden kann vorliegen bei einer unterlassenen Mitteilung von der Aussaat, bei Zurücklassen oder Unterpflügen von Bruchkolben beim Mais, bei der nicht vorgenommenen Mitteilung an den Pächter, wenn der Geschädigte Sauen im Getreide- oder Maisfeld festgestellt hat, wenn die Ernte verspätet eingebracht wird, wenn der Landwirt das Anbringen eines Elektrozauns oder das Aufstellen eines Hochsitzes verbietet oder wenn der Schaden durch rechtzeitiges Nachsäen oder Nachpflanzen hätte vermindert oder verhindert werden können.

Der Geschädigte muss beweisen, dass ihm ein Schadensersatzanspruch zusteht, der Ersatzpflichtige muss nachweisen, dass der Anspruch weggefallen oder gemindert ist.


Rechtstipps aus den Rechtsgebieten Jagdrecht, Schadensersatzrecht & Schmerzensgeldrecht

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