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Wann ist bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber die Zahlung einer Abfindung wahrscheinlich?

Rechtstipp vom 05.11.2017
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Eine der häufigsten Fragestellungen im Zusammenhang mit einer arbeitgeberseitig ausgesprochenen Kündigung ist die Frage nach einer möglichen Abfindungszahlung durch den Arbeitgeber.

Die Abfindung stellt eine Entschädigungszahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer aufgrund vorzeitiger Beendigung des Arbeitsverhältnisses dar.

In seltenen Fällen haben Arbeitnehmer sogar einen Anspruch auf Zahlung einer solchen Abfindung, so zum Beispiel, wenn in Ihrem Arbeitsvertrag eine Abfindungsvereinbarung zu finden ist. Dies ist meist bei leitenden Angestellten der Fall.

Sofern Ihr Arbeitsvertrag keine Abfindungsvereinbarung enthält, können Sie trotzdem einen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung haben, sofern ein sogenannter „Sozialplan“ für Ihren Betrieb besteht. Dieser stellt eine Vereinbarung zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber darüber dar, für welche Fälle und in welcher Höhe Abfindungen gezahlt werden. Ob für Ihren Betrieb ein Sozialplan besteht, können Sie unverbindlich beim Betriebsrat erfragen. Im öffentlichen Dienst ist statt des Betriebsrates der jeweilige Personalrat der richtige Ansprechpartner.

Vereinzelt wird von Seiten des Arbeitgebers bei Kündigung auch die Zahlung einer freiwilligen Abfindung angeboten. Diese kann sowohl in der Kündigung selbst oder auch in sog. „Aufhebungs-/Abwicklungsverträgen“ niedergeschrieben sein. Meist wird hierbei eine Abfindung i. S. d. § 1 a Abs. 2 KSchG in Höhe eines halben Monatsbruttoverdienstes pro vollem Beschäftigungsjahr angeboten, soweit der Arbeitnehmer keine Kündigungsschutzklage erhebt.

Am häufigsten wird eine Abfindung jedoch durch arbeitsgerichtlichen Vergleich während einer laufenden Kündigungsschutzklage erlangt. Der Arbeitgeber zahlt hierbei die Abfindung an Sie, um einerseits das Prozessrisiko sowie andererseits das Risiko einer zwangsweisen Weiterbeschäftigung Ihrerseits im Betrieb zu vermeiden. Je besser Ihre Stellung im Prozess zum Zeitpunkt des Vergleichs ist, desto höher fällt in der Regel auch die Abfindung aus.

Wenden Sie sich bei Erhalt einer Kündigung daher direkt an Ihren Anwalt, um die Möglichkeiten einer Kündigungsschutzklage sowie einer Abfindung zu prüfen. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung in diesem Gebiet kann er Sie kompetent über Ihre Möglichkeiten beraten und bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche vertreten. Vergessen Sie bei Erhalt der Kündigung auch nicht, dass eine Kündigungsschutzklage zwingend binnen drei Wochen nach Zugang der Kündigung bei Gericht eingereicht sein muss, um etwaige Ansprüche nicht zu verlieren.

Ihr Anwalt kann Ihnen auch dabei helfen, ggf. noch offene Lohn- sowie Urlaubsansprüche einzufordern, die Erteilung eines Zeugnisses veranlassen und dieses auf seine Richtigkeit prüfen.

Ihr Anwalt steht Ihnen in allen arbeitsrechtlichen Fragen sehr gern hilfreich zur Seite.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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