Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Wann kann man einen Vertrag widerrufen, wann kann man vom Vertrag zurücktreten?

Rechtstipp vom 06.02.2019
Rechtstipp vom 06.02.2019

Verträge sollten nie leichtfertig geschlossen werden, da der Grundsatz gilt „Verträge sind einzuhalten“. Verträge sind also bindend.

Hartnäckig hält sich jedoch die Ansicht, dass jeder Vertrag binnen zwei Wochen widerrufen werden kann bzw. dass man von jedem Vertrag innerhalb von zwei Wochen zurücktreten kann. Es gibt jedoch kein allgemeines Rücktrittsrecht oder ein allgemeines Widerrufsrecht von Verträgen. Nur in besonderen Fallgestaltungen haben Verbraucher die Möglichkeit, einen Vertragsabschluss rückgängig zu machen.

Wann kann man vom Vertrag zurücktreten?

Von einem Vertrag kann man nicht ohne Grund zurücktreten. Damit man bei einem Vertrag zum Rücktritt berechtigt ist, muss die gekaufte Ware einen Mangel aufweisen. Des Weiteren hat der Verkäufer zunächst ein Recht zur Nachbesserung/Nachlieferung. Hierzu muss ihm eine angemessene Frist gesetzt werden. Erst wenn die Frist ergebnislos verstrichen ist oder vom Verkäufer eine Nacherfüllung endgültig verweigert wurde, hat man als Käufer ein gesetzliches Rücktrittsrecht.

Oft wird dem Kunden ein vertragliches Umtausch-oder Rücktrittsrecht binnen einer bestimmten Frist eingeräumt. Dieses geschieht dann aber aus Kulanz seitens des Verkäufers. Ein gesetzliches Recht hierauf – wenn kein Mangel vorliegt – gibt es nicht. Hiermit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass man als Kunde vor Ort im Laden die Ware prüfen kann, bevor man sie kauft und somit keine 14-tägige Überlegungsfrist (Widerrufsfrist) benötigt wird.

Wann kann man einen Vertrag widerrufen?

Wann habe ich als Verbraucher ein Widerrufsrecht? 

Es muss zunächst ein Vertrag mit einem Unternehmer vorliegen und es muss sich um einen Vertrag handeln, der im Fernabsatz bzw. außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurde. Anders, als bei Verträgen, die man im Geschäft sieht, kann man als Verbraucher die Ware vor Kauf hier nicht prüfen. Deshalb räumt das Gesetz bei Fernabsatzgeschäften ein generelles 14-tägiges Widerrufsrecht ein.

Betroffen sind insbesondere Kaufverträge, die außerhalb von Geschäftsräumen geschlossen wurden, Zeitungsabos, Vertragsabschlüsse über das Internet, per Telefon oder per Post, aber auch Ratenzahlungsverträge oder wenn der Kauf mit einem Darlehensvertrag verbunden ist.

Was passiert nach erfolgreichem Widerruf?

Der Verbraucher muss seinen Widerruf binnen 14 Tagen gegenüber dem Unternehmer geltend machen. Die Widerrufsfrist beginnt hierbei mit Vertragsschluss, aber nicht bevor der Verbraucher die Ware erhalten hat und der Unternehmer ihn über das Widerrufsrecht informiert hat. Wurde der Verbraucher vom Unternehmer nicht über sein Widerrufsrecht informiert, so besteht kein „ewiges“ Widerrufsrecht. Vielmehr erlischt das Widerrufsrecht dann spätestens nach 12 Monaten und 14 Tagen. Wurde der Vertrag wirksam widerrufen, so wird der Vertrag rückabgewickelt. Hierbei dürfen dem Verbraucher keine Kosten entstehen.

Rechtsanwältin Katharina Schnellbacher 


Rechtstipps aus dem Rechtsgebiet Allgemeines Vertragsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwältin Katharina Schnellbacher (Kanzlei Katharina Schnellbacher)

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.