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Warum brauche ich einen Ersatzerben?

Rechtstipp vom 27.10.2017
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Rechtstipp vom 27.10.2017
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Testamentarische Verfügungen sind meist so gestaltet, dass die Älteren die Jüngeren – gegebenenfalls auch Gleichaltrige – zu Erben einsetzen. Verstirbt jedoch ein per letztwilliger Verfügung eingesetzter Erbe vor dem Erblasser, so ergeben sich rechtliche Unklarheiten, soweit für diesen Fall nicht Vorsorge getroffen ist. Gleiches gilt, wenn einer der bedachten Erben die Erbschaft ausschlagen sollte.

Die mögliche Konsequenz bei diesen Situationen ist die gesetzliche Erbfolge, die aber vom Erblasser gerade so nicht gewünscht war.

Das Gesetz gibt dem Erblasser die Möglichkeit, einen Ersatzerben zu bestimmen.

Durch die Errichtung eines Testaments wird in den meisten Fällen die gesetzliche Erbfolge geändert. Um sicherzustellen, dass bei Vorversterben der zunächst Bedachten nicht die gesetzliche Erbfolge eintritt, soll das Testament auch einen Hinweis darauf enthalten, dass bestimmte Verwandte auf keinen Fall erben sollen. Bei der Erbeinsetzung von Kindern beispielsweise kann folgende Formulierung verwendet werden:

„Als Erben für den Fall meines Versterbens setze ich meine Kinder A und B, ersatzweise deren Abkömmlinge ein. Verstirbt eines meiner Kinder, ohne Abkömmlinge hinterlassen zu haben, so wächst dessen Erbteil dem anderen Kind bzw. dessen Abkömmlingen zu. Für den Fall, dass beide Kinder vorversterben sollten und keine Abkömmlinge hinterlassen haben, bestimme ich als Ersatzerben den Verein XY. Auf keinen Fall sollen meine Geschwister oder deren Stamm Erben werden“.

Auch bei einer Anordnung von Vor- und Nacherbschaft ist es denkbar, dass sowohl Vor- als auch Nacherbe versterben, sodass ebenfalls eine Ersatzerbenbenennung notwendig ist.

Folge: Durch das Testament kann die gesetzliche Erbfolge ausgeschlossen und durch die Ersatzerbenbenennung ergänzend verhindert werden.

Nicht zu verhindern ist auf diese Art und Weise allerdings die Geltendmachung eines Pflichtteilsanspruchs durch die Pflichtteilsberechtigten, d. h. die Kinder, den Ehegatten oder (falls keine Kinder vorhanden sind) Eltern des Erblassers.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

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