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Warum die anwaltliche Verteidigung im Ermittlungsverfahren so wichtig ist

Rechtstipp vom 25.10.2017
Aktualisiert am 14.02.2018
Rechtstipp vom 25.10.2017
Aktualisiert am 14.02.2018

Wer Post von der Staatsanwaltschaft, Polizei oder vom Ermittlungsrichter erhält und als Beschuldigter zur Vernehmung geladen wird, sollte umgehend anwaltlichen Rat einholen und nicht auf eigene Faust handeln. In diesen Fällen ist ein sogenanntes Ermittlungsverfahren im Gange, das im schlimmsten Fall mit Anklage und Verurteilung enden kann.

Nicht vorschnell handeln

Gerade wer als Unschuldiger betroffen ist, dem brennt es auf den Nägeln, gegenüber den Ermittlungsbehörden die Vorwürfe zurückzuweisen und den Sachverhalt richtigzustellen. Aber auch in diesen Fällen sollte man zuallererst Kontakt mit einem Anwalt aufnehmen und von seinem Schweigerecht Gebrauch machen: Die Ladung von Polizei und Staatsanwaltschaft ist nicht verbindlich. Lediglich bei einer Ladung durch den Ermittlungsrichter ist man verpflichtet zu erscheinen. Aber auch in diesen Fall gilt: Jeder, der als Beschuldigter vernommen werden soll, hat das Recht, keine Angaben zur Sache machen zu müssen. Dasselbe gilt auch, wenn ein naher Angehöriger betroffen ist.

Vorteile eines Anwalts

Vielmehr ist es empfehlenswert, einen Rechtsanwalt zur Einholung einer Akteneinsicht zu beauftragen. Nur ein Rechtsanwalt hat ein umfassendes Recht zur Akteneinsicht in die Ermittlungsakte. Nur wer die Ermittlungsakte kennt, weiß, welche Vorwürfe zur Last gelegt werden und welche Beweise Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelt hat. Aus diesem Grund sollte auch die Akteneinsicht nach Abschluss der Ermittlungen gegebenenfalls erneut beantragt werden, da dann sämtliche Beweisergebnisse dokumentiert sind.

Beste Verteidigungschancen im Ermittlungsverfahren

Wenn bereits frühzeitig im Ermittlungsverfahren ein Rechtsanwalt als Verteidiger gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft auftritt, bestehen die besten Chancen, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt wird. In diesem Stadium kann zum Beispiel der Verteidiger nach Erhalt der Akteneinsicht Widersprüche von Zeugenaussagen herausarbeiten und die Beweisschwierigkeiten im Falle eines Prozesses der Staatsanwaltschaft vor Augen zu führen.

Oft kann nach solchen Stellungnahmen eine Einstellung ohne oder mit Auflagen erreicht werden, ohne dass es zu einer Anklage, Verurteilung und Eintragung einer Vorstrafe ins Bundeszentralregister kommen muss. Oder es kann ein Strafbefehl ausgehandelt werden, ohne rufschädigenden Prozess.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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