Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Warum einfach, wenn es auch schwer geht?

Rechtstipp vom 15.05.2019
(1)

Ehepaar mit zwei Kindern, Sie ist Deutsche, er kommt aus einem nordafrikanischen Staat. Die Ehefrau verstirbt. Der Ehemann heiratet eine über 30 Jahre jüngere Frau.

Mit der hat er drei Kinder, wobei sich im Nachhinein herausstellt, nur das mittlere Kind ist von ihm. Die Ehe wird geschieden.

Der Vater heiratet nochmal neu, ebenso eine weitaus jüngere Frau. Mit dieser hat er keine Kinder. Der Vater verstirbt. Vermögen gibt es in dem nordafrikanischen Land. Ebenso ein Haus in Deutschland. Die Kinder aus der ersten Ehe sind beide in Deutschland geboren. Ebenso das dritte leibliche Kind des Vaters.

Die Tochter aus der ersten Ehe hat eine Eigentumswohnung noch zu Lebzeiten von dem Vater in dem nordafrikanischen Land geschenkt bekommen. Man war auch dort beim Notar.

Die letzte Ehefrau, quasi die Witwe, hat Barbeträge und Schmuck in das nordafrikanische Land verbracht.

Sie hat auch wieder geheiratet. Ab und zu kommt sie und lebt zeitweise im vormaligen ehelichen Haus.

Die Kinder können sie nicht erreichen, um gemeinsam über das Schicksal des ehelichen Hauses zu entscheiden. Ebenso wollten sie natürlich Auskunft darüber haben, da schon lange bzw. seit Jahrzehnten kein Kontakt mehr bestand, welche sonstige Vermögenswerte (Bargeld, Auto, Versicherungen etc.) im Nachlass des Vaters vorhanden waren. Eine testamentarische Verfügung bzw. ein Erbvertrag liegen nicht vor.

Die Kinder sehen sich nun verschiedenen Problemen rechtlicher und tatsächlicher Art ausgesetzt. So zum Beispiel wäre es wohl notwendig, für die Vermögenswerte sich vor Ort in Nordafrika mit einem dortigen Anwalt in Verbindung zu setzen.

Ein Nachweis der Erbberechtigung sollte natürlich erbracht werden. Gegebenenfalls sind auch Übersetzung notwendig und alles ist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden.

Bezüglich der Immobilie in Deutschland müsste ggf. durch einen der Erben, sollte man mit der Witwe keinen Kontakt erreichen oder keinen zufriedenstellenden Kontakt, eine Teilungsversteigerung beantragt werden.

Das Inventar der Eigentumswohnung der Tochter in Nordafrika ist mittlerweile ausgeräumt. Die Witwe hatte wohl eine Kontovollmacht für Konten des Vaters in Deutschland und auch in Nordafrika.

In Deutschland hatte sie eine General-und Vorsorgevollmacht. Sämtliche Unterlagen waren im ehelichen Haus, d. h. auch die Unterlagen der Tochter, z. B. Geburtsurkunde etc., waren im elterlichen Haus und wurden von der Witwe nach Nordafrika verbracht.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Erbrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps des Autors

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.