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Warum es in der Praxis so schwierig ist, Patientenrechte nach einem Ärztepfusch durchzusetzen

Rechtstipp vom 18.02.2013
Rechtstipp vom 18.02.2013

Arztfehler, Behandlungsfehler, Ärztepfusch, Kunstfehler, Falschbehandlung - Bezeichnungen gibt es viele für einen Vorgang, der unter Umständen von heute auf morgen ein Leben zerstören kann und nach dem nichts mehr so ist, was gestern noch war. Seriöse Quellen rechnen damit, dass 10 bis 15 % aller ärztlichen Behandlungen fehlerhaft sind. Auch wenn die Auswirkungen nicht immer gleich gravierend sein müssen, einen Anspruch auf Schmerzensgeld, Schadensersatz, entgangenen Verdienst, Erstattung von Behandlungskosten etc. können sie allemal begründen. Das gleiche gilt im Übrigen auch für zahnärztliche Behandlungsfehler, welche vermutlich nicht seltener auftreten.

Schadensersatzansprüche zu haben ist eine Sache, die Durchsetzung in der Praxis ist aber das Problem. Sie werden als Patient bald das Gefühl bekommen, gegen Windmühlen zu kämpfen.

Es beginnt bereits mit dem Kampf um die vollständigen Behandlungsunterlagen. Ohne vollständige Patientenakten besteht keine Chance auf Durchsetzung irgendwelcher Ersatzansprüche. Trotz Rechtsanspruch auf Einsicht in die Patientenakten weigern sich manche Ärzte und Krankenhäuser beharrlich und lange Zeit, Unterlagen herauszugeben.

Das Hauptproblem der meisten Verfahren auf dem Gebiet ärztlicher und zahnärztlicher Fehler: Die Auswertung der Behandlungsunterlagen. Die Patienten sind meistens keine Ärzte, leider aber auch die Rechtsanwälte nicht. Selbst Fachanwälte für Medizinrecht haben keine medizinische Ausbildung und sind auf diesem Gebiet Laien. Um die komplizierten modernen Behandlungsmethoden verstehen zu können, die Untersuchungen nachzuverfolgen und in den schwer leserlichen Akten mit den vielen Abkürzungen und Fachbegriffen dann auch noch den meist gut versteckten Fehler herauszufinden, bedarf es profunder ärztlicher Kenntnisse!

Selbst wenn Ihnen das gelingt: Es folgt der Kampf mit den Experten. Sie streiten mit einem Arzt und Sie kennen das Wort von den Krähen ... . Sie werden aber auch noch mit ganz anderen Personen den Kampf aufnehmen müssen: Mit auf Ablehnung und Verzögerung getrimmten Versicherungssachbearbeitern, die auf ein ganzes Arsenal an medizinischen Sachverständigen zurückgreifen können, ebenso auf hoch spezialisierte Juristen, die jedes Argument zu zerlegen wissen.

Ob Operationsfehler, Aufklärungsfehler, Therapiefehler, ob missglückte Schönheitsoperation oder Geburtsschaden: Sie brauchen einen Experten auf dem Gebiet des Arzthaftungsrecht, der mit der Gegenseite wirklich auf Augenhöhe verhandeln kann. Entgegen landläufiger Meinung sind die Chancen, Ersatzansprüche nach ärztlichen Behandlungsfehlern durchzusetzen, gar nicht so schlecht. Dies gilt aber nur dann, wenn Sie mindestens ebenso professionell und vehement Ihre Rechte durchsetzen können, wie sie auf Behandlerseite gewöhnlich zunächst abgelehnt werden.

Der Inhaber der Kanzlei Altendorfer ist als Rechtsanwalt und approbierter Arzt seit vielen Jahren auf dem Gebiet des Arzthaftungsrechts tätig. Nähere Informationen: www.altendorfer.de


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